Donnerstag, 30. Mai 2019

Pinch Points - Moving Parts Lp (Roolette Rcs, Six Tonnes De Chair, Burger Rcs)

Irgendwie wie früher, als ich extra bald aufgestanden bin um den Disney Club nicht zu verpassen, nur, dass ich halt nicht geschlafen hab, um aufgrund der Zeitverschiebung als erster diesen Release anhören zu können . Ok, das war gelogen, ich hab einfach zu viel Kaffee getrunken, aber trotzdem hab ich immer wieder auf ihre Seite geschaut.

Auch hier war die Bandcamp eigene Redaktion wieder unglaublich schnell und wenn das so weitergeht, wird sich dieses Unternehmen irgendwann völlig selbst zerlegen, bzw. wird zerlegt werden.

Pinch Points spielen ungewöhnlichen Sound, scheinen irgendwo zwischen LoFi-Pop und modernerem PostPunk stecken geblieben zu sein. Das klingt unglaublich knackig, frisch und sehr scharf runtergespielt. Mindestens so wuselig wie das Leben in und auf einem Termitenhügel, d.h., was die Gitarren kreieren klingt sehr ausgefeilt. Dies weiß sich jedoch gekonnt hinter einem scheinbaren Minimalismus zu verstecken. Großartig! Bandcamp

Video der Woche

Falls du mal zufällig in der Nähe bist...

Song der Stunde

Mittwoch, 29. Mai 2019

Neu entdeckt: Froschmond


Video der Woche

Not On Tour - Growing Pains Lp (Sbäm)

Ich muss gestehen, als ich sie "damals" im Epplehaus sah, haben sie nicht gerade einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, wurde aber wenige Monate oder Jahre später von einer Freundin und ihrer Playlist wieder eines Besseren belehrt.

Jetzt, einiges an Jährchen vergangen, stoße ich etwas verspätet auf ihren neuen Tonträger, dessen Artwork nicht nur schon die volle Breitseite an Referenzen und Querverweißen auffährt, der aber auch textlich einiges an Knöpfen zu drücken versteht.

So viel zur Effekthascherei, die momentan zum allgemeinen Chic geworden zu sein scheint, was ich nicht schlimm finde, solange die Musik dahinter auch stimmt und die Band versteht ihr Handwerk besser denn je. Ich tu mir immer noch ein wenig schwer mit PopPunk oder SkatePunk. Wie auch immer man das nennen möchte, aber Not On Tour machen ihre Sache wirklich sehr gut, was natürlich nicht zuletzt schon der wahnsinnigen Stimme der Sängerin geschuldet ist. 

Die Instrumentierung fährt jetzt nicht unbedingt Überraschendes auf, aber die klassischen Elemente werden doch frisch genug präsentiert, um sie nicht in der Fülle ähnlicher Bands untergehen zu lassen.

Auch sonst merkt man, dass hinter der Band nicht gerade die üblichen Klebstoffschnüffler stecken, die sich sonst in diesem Genre gerne mal breit machen, sondern Leute, die nicht nur einiges von der Welt gesehen haben, sondern eine Menge Dinge, die gerade für viele Leute erlebbar sind auch textlich in einem sehr gelungenen Rundumschlag präsentieren, der trotz Allem sehr positiv und ansteckend ausfällt. Im Moment läuft mir das sehr gut rein, ist irgendwie genau die Art von Musik, die man an einem warmen Tag am Baggersee ohne weiteres laufen lassen kann, ohne Gefahr zu laufen, dafür gelyncht zu werden. 

Zusammen mit der LP von Press Club sicherlich einer der ernstzunehmenderen Releases, die das Genre gerade so vorzuweißen hat. Bandcamp   

Montag, 27. Mai 2019

Tonträger der Stunde

Sonntag, 26. Mai 2019

Video der Woche

DELACAVE - The path from sebnormal on Vimeo.

Warm Bodies - UFO Extremos's Ep (self-released)

Neuester Streich der Warm Bodies. Ich wühl mich jetzt sicherlich nicht durch all ihre anderen Releases, aber doch meine ich, dass das mit einer ihrer zugänglichsten ist und auch hier hat das Lumpy / Fish Universum wieder mal einen Stein ins Rollen gebracht. So hört man doch des öfteren gerade den Begriff "FreakPunk", der eine ganz schöne Bezeichnung dafür ist.  Auf ihrer Discogs-Seite bezeichnen sie sich als HardcorePunk Band, was wohl eher weniger dem Stil geschuldet ist, sondern dem Bedürfnis nach Abgrenzung.

Wer meine Schreibe ertragen kann, sich generell für den Output beider Label interessiert, müsste schon mitbekommen haben, dass Sängerin Olivia Gibbs auch bei den wirklich, also im wörtlichsten Sinne, "irren" BB Eye spielt und auch solo infantilst verschrobene Klänge vorzieht. 

Hier also mit einer neuen 4 Song starken Ep, die immer noch nicht an Hibbeligkeit eingebüßt hat, aber ein wenig daher kommt, wie ein psychisch Kranker, dessen Medikation um eine Nuance umgestellt wurde. Bitte nicht falsch verstehen aber ein wenig verhält sich diese Ep zu den vorhergehenden wie Seroquel zu Risperdal, was mir sogar fast einen Tacken besser gefällt. Bandcamp

Montag, 20. Mai 2019

Neu in der Bande: It Girl


Warum es in ihrem Hirn so aussieht, wird wohl auf immer ein Rätsel bleiben, aber vielleicht sollte ja ihr Bruder nochmal drüber 
gehen, nur um sicher zu sein, dass Frauen das auch wirklich können... 


Das aparte Band-Rätsel Teil 1


In schlimmen Zeiten wie diesen muss man sich doch auch mal auf was freuen dürfen, sich entspannen und den Tag einen Tag sein lassen, sich zurücklehnen, im Kreis der Familie ein nettes Filmchen schauen, eine Schallplatte auflegen und sich an die guten, alten Zeiten erinnern oder so. 

Deswegen: Das knifflige Bandrätsel

Angedacht eigentlich als lustiges Puzzle, das man nur noch zusammenfügen muss im Kopf drin, nun doch als einfaches Bildrätsel. Errätst du, um welche Band es sich handelt? Zu gewinnen gibt es diesen wunderbaren Tonträger oder alternativ ein entspannendes WE im Senioren-Spa (mit exotischer musikalischer Untermalung). 


 

Samstag, 18. Mai 2019

Institute - Readjusting The Locks Lp (Sacred Bones)

Sowohl Sacred Bones als auch Institute müssen hier eigentlich nicht mehr erwähnt werden. Fast alle, die sich doch ab und an auf diesen Blog verirren, kennen und schätzen beide, denk ich doch mal. Trotzdem, es handelt sich bei beiden immer noch um Instanzen, die -trotz aller Bekanntheit- in den selben Gewässern fischen wie deine bevorzugte Dorfkapelle, also immer noch DIY groß schreiben. 

Alleine schon Sacred Bones zeigt doch auf, wie einfach manchmal die Dinge laufen können: "John Carpenter? Spitzen Soundtracks! Ich glaub ich schreib den mal an, ob er nicht eine Best-Of mit uns veröffentlichen möchte." Und schon passiert! Leute, traut euch doch bitte was: "Institute? Wahnsinnige Band. Ich glaub ich schreib die mal an, ob die unseren Laden beschallen möchten." So und nicht anders kommen doch die besten Konzerte zustande und nicht immer nur warten, bis ÜberPunk XY bei dir persönlich anfragt, ob er oder sie nicht an einem Montag Morgen vielleicht doch noch irgendwie da spielen kann, wo du dir unfassliche Mengen an Bier reinschüttest, um zu vergessen, wie arg langweilig dir doch ist.

Ja, diese Lp ist natürlich ein großer Wurf geworden. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass in Texas wirklich die absolute Ödnis regiert, dass die Punkrock-Gemeinde dort eine sehr kleine aber sehr verschworene und dafür umso selektivere und bessere ist. Dem kann man wenig hinzufügen, denk ich, und Institute bilden da keine Ausnahme sondern übertreffen sich selbst von Tonträger zu Tonträger. 

Tat ich mir manchmal noch etwas schwer mit der Fahrigkeit der Vorgänger, präsentieren sie ihren Sound tighter denn je zuvor, düsen nur so durch sage und schreibe 13 Stücke, die aufgeladener kaum sein könnten. Über allem die Stimme des Sängers, der immer noch nach besoffenen Pöbeleien klingt. "Kompakt" ist ein unfassbar tolles Wort, das ich einfach mal beim Nachbarn geräubert habe und trifft auch hier mal wieder besser denn je zu. Ein Sound wie eine unkaputtbare Gerätschaft. Sozusagen der 1210er unter den Punkbands. Etwas garagiger ist die Platte hier und da geraten (Roll Music) und bei dem darauffolgenden Song meint man sogar eine Referenz an Destruction Unit raushören zu können. Sehr solide und gleichzeitig unfassbar aggressiv und energisch. Bandcamp

Mittwoch, 15. Mai 2019

Song der Stunde

Vangas - Facial Tissue "Lp" (self released)

Wär eigentlich der bevorzugtere Soundtrack zum Albumcover der letzten "Sports" - Lp. Im Dunkeln rumhocken, mit knallroten Augen die Wand anstarren und die volle Dröhnung an Noise, direkt ins Gehirn rein. Heftige Krachattacke bei der man das Gras schon riechen kann.

Manche bekommen einen S. Somuncu-Anfall im Bus, andere spielen eben in solchen Bands. Eine gelungenere Therapie-Form ist doch kaum mehr vorstellbar und manchmal klingt das halt auch wirklich gut. Sofort muss ich an eine Mischung aus Shellac, Di Caprio, A.H. Kraken denken. 

Das Beste, dieser Tonträger ist nur in DVD-Form zu haben und man kann sich das Ganze auch noch in voller Länge als surreales Musikvideo reinballern. Ein bißchen wie Methadon für die Passiv-Agressiven. Ultrakrankes Zeug, das mir erst jetzt wirklich gut reinläuft. Bandcamp    

Dienstag, 14. Mai 2019

Video der Woche

Songs der Stunde

Primtive Hands - Bad Men In The Grave Lp (Alien Snatch)

Wie schon anderswo erwähnt: Wie verdammt schafft man es, seit so vielen Jahren in so vielen Bands zu spielen und es kommt nur Wahnsinniges dabei rum? 

Der Weg ist ein so krass langer von den Demon Claws bis zu den Primtive Hands und das ganze "Drumherum", über Hellshovel bis zu den Bikes, Genital Hospital und und und könnte auch mal wieder für Feld- und Ahnenforschungen herhalten. Primitive Hands sind sozusagen der neueste Spross in der Familie und schon ab dem ersten Stück ein Hohelied an deinen Plattenspieler. Das ist das Zeug, bei dem man klammheimlich den Bass völlig aufreißen und die Tanzfläche durchmassieren möchte. 

Sehr zurückgelehnt, äußerst primitiv wird hier eine beste Mischung aus Proto- und Garagepunk geliefert und man möchte sich sofort den Staubsauger auf den Rücken schnallen und am nächsten Morgen -nach einem Konzert der Leute- von seinem besten Kumpel an einer Hundeleine durch die Stadt führen lassen, weil man seltsamerweiße nicht mehr in der Lage ist, sich klar zu artikulieren, geschweigedenn zu bewegen.

Aber das Spektrum auf der Platte ist ein sehr weit gefasstes, so werden auch Zugeständnisse an verschwirbelte Psych-Sounds gemacht, wie man sie bereits von Hell Shovel oder auch Acid Baby Jesus kennt. Mehr Abwechlsung ist auf einer 12" kaum vorstellbar und Alles in Allem bekommt man den Eindruck es hier mit einer Art Best Of aller bisheriger Projekte und Einflüsse, die auf die Band runterprasselten, zu tun zu haben. Bringt eure Toten raus! Bandcamp             


Sonntag, 12. Mai 2019

Tangent - 302 Ep (Estranged Communications)

SoziopathenOneManKellerProjektPostPunk. Größtenteils rudimentäres Gebolze trifft auf meist völlig verfremdete PostPunk Elemente. Eine manische Depression gebannt auf vier Stücke, die mit einer Ausnahme höchst psychotisch daher kommt und hier und da mal an eine futuristische Version von Chrome erinnert. Shaun heißt der Kerl, der hier alle Instrumente alleine eingespielt hat. Bandcamp 

Tonträger der Stunde


Freitag, 10. Mai 2019

Impulso - Costante Ossessione Ep (Byllepest Distro)

Es erstaunt mich doch immer wieder, wenn es Leute schaffen schon so lange in Bands zu spielen und sich konstant zu steigern. Nach Left in Ruins, den leider viel zu kurzlebigen Sang also Ep Nummer 3 einer europäischen HardcorePunk-Institution, die mich bereits mit den Vorgänger-Bands vollauf überzeugen konnte, sowohl live als auch auf Platte, bzw. Tape.

Das kratzt und knarzt weniger als bei den Vorgängern und sie bewegen sich ein wenig weg von Noise infiziertem und japanisch beeinflusstem Zeug, hin zu schwerem, recht klar ausdifferenziertem Dampfwalzen Hardcore, der im Laufe der Jahre kein bißchen an Wut eingebüßt hat, ganz im Gegenteil, brutaler denn je daherkommt. Völlig zurecht eine der relevantesten Bands, die das Genre auf diesem Kontinent in den letzten Jahren hervogebracht hat. Bandcamp

Montag, 6. Mai 2019

Tonträger der Stunde


Drahla - Useless Coordinates Lp (Captured Tracks)

Heilige Mutter Gottes. Das Warten hat sich mehr als gelohnt. Ich weiß nicht, ob du vergessen hast, was gute Musik mit einem Menschen anzurichten vermag, aber ich bekam schon ab den ersten Tönen des ersten Stückes eine Gänsehaut. ArtPunk ist ArtPunk und Drahla sind das Heilmittel, wenn man mich fragt, gerade weil sie sich der gängigen Versatzstücke bedienen aber das so aufarbeiten, um sehr verstörende Gefühlsregionen anzuregen, die wohl nur jemand nachvollziehen kann dessen oder deren Leben nicht mehr weit von einem Burroughs-Trip entfernt ist , womit ich auch sagen möchte, dass ich meinen Frieden mit Bläsern in Musik gemacht habe, vor Allem, wenn das so höchst-psychotisch wie bei "React/Revolt" eingearbeitet wird. Also bleiben wir doch einfach bei der Definition, die auch von der Band bevorzugt wird und nennen das PostPunk.

Das Jahr ist zur Hälfte rum aber ich würde jetzt schon behaupten, dass dieser Release einer der besten dieses Jahres sein wird, ohne damit einen Wettbewerbscharakter fördern zu wollen. Wer auch immer Hand an die Produktion und das Mastering anlegte ist ein Gott oder wahlweiße eine Göttin, wirklich, so stimmig, dicht und aufwühlend klingen die Stücke - selbst über meine Kopfhörer. Kaum auszumalen, wie intensiv das live und auf Platte sein mag. Natürlich sticht die super-angenehme und fast schon lethargisch-passive Stimme der Sängerin heraus, die unbeeindruckt von den Kapriolen der Instrumente ihre Sache durchzieht.

Allzu gerne würde ich mal sehen, was auf den Mp3-Playern und in den Plattenschränken der Leute hinter der Band alles so zu finden ist und ich bin mir sicher, dass es dort ähnlich chaotisch wie bei mir zugeht und zwischen Jazz, Trip Hop und Punk eine Menge Goldstücke auszumachen sind und ich kann mich nicht entscheiden, ob ich mich zu der Musik bewegen möchte, oder ob ich einfach nur den dicksten Joint dazu durchziehen möchte, um zu schauen, was das mit mir anstellt. Funktioniert wohl am Besten mit einem tollen Plattenspieler und einer fetten Anlage. Beste Band!!! Bandcamp

Benzin - Demo Ep

Es ist einfach nur noch der schiere Wahn, was gerade so aus Berlin/Leipzig zumindest über die digitalen Kanäle hierher gespült wird. Da ich keinerlei "soziale Medien" mehr ertrage, kann ich dir auch nicht sagen, dass die Leute bereits bei Bands wie ... gespielt haben. Trotzdem beschleicht mich da doch der ein oder andere Verdacht, der aber mal unausgesprochen bleibt.

Kurzer, knackiger Name, der schon vermuten lässt, was die Band auch musikalisch aufleben lässt:
Allerfeinster, nich allzu eng-gefasster 77er Mofa-Punkrock, der so auch genau zu dieser Zeit in Berlin oder Düsseldorf hätte passieren können, aber frisch genug daher kommt, um nicht ein schieres Retorten-Kind bleiben zu müssen. Zackig runtergeschrammelte Nummern, die vermuten lassen, dass die Leute das schon eine ganze Weile machen und das ausgesprochen gut. Bandcamp

Samstag, 4. Mai 2019

Was passiert mit KKS nach der Revolution?

a. Umerziehungscamp, bis er es kapieren tut 
b. Gulag (soll mal was Anständiges schaffen der Lappen) 
c. Es werden ganz arg tolle empathische Alternativen angeboten, die einen erzieherischen Mehrwert erfüllen 
d. Pssst, net so laut! 
e. Lass mich in Ruhe mit dem homophoben Arsch, ich will mir jetzt bei GOT anschauen wie Köpfe zerquetscht werden. 
f. Kool Savas, nie gehört