Donnerstag, 28. Februar 2019

Video der Woche

Better Off Dead - Sans Issues 7" (Destructure, Sabotage, Donnez-Moi Du Feu)

Ich muss da augenblicklich an die coolsten Jahre denken. Dies ist genau der Sound, auf den sich irgendwie immer schon alle einigen konnten. Die besten Zutaten im richtigen Mischungsverhältnis, die Art von Klebstoff, die wohl jeder Szene guttut. 

Die Band existiert nicht erst seit gestern, haben aber innerhalb kürzester Zeit diese 7", ein Split-Tape mit Cookies und eine 12" veröffentlicht. Erinnern mich ein wenig an Fix-It und natürlich all die anderen Pappenheimer, die ich dir nicht alle herunterbeten muss. 

Ein wahrer Geschwindigkeitsrausch, der da heraufbeschworen wird und das ohne den Sinn für schönste Melodien zu verlieren. Ellenlang ist auch die Liste an anderen Bands, die bis zu dieser führten. Mir fallen grad keine wirklich coolen Superlative ein, aber diese Band hab ich jetzt schon in mein Herz geschlossen! Bandcamp

Mittwoch, 27. Februar 2019

Hotet - Spräng Allt Ep (self released?)

Punkbands aus Schweden schaffen vor Allem eines nicht: Schlecht klingen. Die Vergleiche, die hier herangezogen werden können, sind bekannt, aber nicht diese Band, die übersetzt so viel wie "Bedrohung" heißt und erst jetzt gerade wieder eine Single auf Bandcamp veröffentlichten als Einblick, was uns so mit der bald erscheinenden Ep auf Alleycat erwarten wird. 

Ausgelassen vor sich hin schrammelnder,   höchst melodischer Punkrock, rasiermesserscharf runtergespielt und ziemlich ansteckend. Ganz ehrlich, ich hab gerade einen kleinen Luftsprung gemacht, als ich mitbekam, dass Jonk mit seinem Label wieder eine neue Veröffentlichung hat... Bandcamp

Dienstag, 26. Februar 2019

Video der Woche

Wild Tone - S/T Ep (Helta Skelta)

Bin ich hier richtig beim "Battle of The Bands"? Manchmal denke ich schon, dass eine bessere Welt möglich wäre, wenn die Menschen statt an Waffen an Instrumenten ausgebildet werden und ihre Kriege künftig nur noch auf Bandcamp, Bühnen etc. austragen. Naja, bis der erste mit einer Gitarre erschlagen wird. Erinnert mich an einen alten Kumpel, der bei einem Schachwettbewerb, weil er verloren hat, aufstand und seinen Kontrahenten verprügelte. Wie bei DAF, die sich vom Backstage aus mit ihren Instrumenten gegen Nazis verteidigen mussten. Aber wer den Adolf Hitler tanzt muss sich nicht wundern, dies irgendwann mit richtig-echten Nazis zu tun. Wie man es dreht und wendet...

Das hat mit der Band alles überhaupt nix zu tun, aber es sticht doch schon ins Auge, dass hier ab und an Referenzen an die "Ausmuteants" fallen, ob das nun beabsichtig ist oder nicht. Aber abgesehen von einer ähnlichen Instrumentierung werden hier schon schattigere Winkel begangen und alles kommt ein wenig düsterer daher. Wirklich schöner, wabernder Wave, den ich gerne hören würde, wenn ich über verlassene Straßen in Australien düse. Bandcamp  

Song der Stunde

NICFIT / M.A.Z.E - Split 7" (Episode Sounds)

Episode Sounds ist defintiv die richtige Anlaufstelle für Garagepunk-Bessesene in Japan, so bringen sie nicht nur Tonträger für Bands aus aller Welt heraus, ohne den Blick vor die eigene Haustür zu verlieren, sondern scheinen auch recht ambitioniert zu sein, wenn es darum geht, den Bands zu Auftritten zu verhelfen.

Beide Bands auf dieser Split die vor 3 Tagen das Licht der Welt erblickte waren mir bis dato völlig fremd. Nicfit scheinen ihre Inspiration aus New York No Wave und einer gehörigen Prise abstraktem Post Punk zu ziehen, während M.A.Z.E mich ein bißchen an die Warm Bodies erinnern und in ihren früheren Aufnahmen an Miss Lady, Olivia Gibbs Soloprojekt. Bandcamp    

Honey Joy / Bat Boy - Split 7" (Everything Sucks)

Haben erst kürzlich gemeinsam ihre Plattentaufe gefeiert. Honey Joy aus London, die 3 Stücke zur Split beitrugen erinnern wohl nicht zufällig an Bands wie z.B. die Caves, transportieren eine ähnliche recht positive und ziemlich smarte Sicht auf den Punkrock-Kuchen und ergehen sich zwar schon sehr in PopPunk affinen Melodien aber das vertrackt genug, um damit schon herauszustechen aus dem, was man sonst so von dem Genre gewohnt ist. Erst vor einem Jahr veröffentlichten sie ihren ersten Longplayer via Everything Sucks und Infinity Cat, der auch mehr als einen Hörer wert ist. 

Bat Boy aus Philadelphia beackern ein ähnliches Feld, kommen jedoch etwas traditioneller daher in ihrem Sound, bedienen aber die selben Gefühlsregionen wie Honey Joy. Komischerweiße kommen mir solche Bands immer wie Eindringlinge in meinen Emotionshaushalt vor. Weißt du, was ich meine? Oft denke ich, dass in einem Leben wirklich eine Menge richtig und in geordneten Bahnen verlaufen muss, um solche Musik zu kreieren, die fremdartig schön ist, zumindest für mich,also manchmal, meistens. Bandcamp      

Montag, 25. Februar 2019

Sex Tide - Possession Sessions Ep (Feeding Tube Records)

Unprätentiöser könnte man den Sound früher Crypt-Bands eigentlich nicht mehr in unsere Zeit teleportieren, wobei damit nicht gesagt sein will, dass ich die Gories nicht auch noch heute rauf und runter höre und tatsächlich fällt der Apfel hier nicht weit vom Stamm.

Eigentlich ist mit diesem Vergleich schon vieles gesagt, nicht zuletzt natürlich wegen dem schön-primitiven Schlagzeug-Spiel und dem generell sehr hohen Trash-Faktor, aber dennoch klingt das einfach etwas moderner, verspielter. Tatsächlich sind die Wurzeln schon auch im Delta-Blues zu finden. Der Band-eigene Vergleich mit Dead Moon ist auch nicht allzu weit hergeholt, auch kommen einem schon mal The Velvet Underground dabei in den Sinn, sprich, bestell dir die letzten 3 verbleibenden Platten, besorg dir tolles Gras und mach dir einen schönen Tag damit! Bandcamp 

Platte der Stunde


Sonntag, 24. Februar 2019

bud couldn`t stop listening to it


Pig Frenzy - Hogtied Ep

Die Psychopathen-Lobby des Garagepunk ist um einen Spross reicher... Es kommt einem dabei schon auch mal das Band-Geklüngel rund um Mac Blackout in den Sinn oder ähnliches, wie es in den frühen Nuller-Jahren reichlichst zelebriert wurde.

Aber die Band ausschließlich auf solche Einflüsse runterzubrechen wäre etwas vereinfacht, so kann man bei der Gitarre schon auch mal einen postpunkigen Einschub raushören oder gar eine ausufernde Ecke, die bei Human Eye entliehen sein könnte. Bandcamp

The Brainstems - No Place Else Lp (Bad Diet Records)

Warum hat mir noch niemand von dieser großartigen Band erzählt? Mir fällt kein besseres Wort ein, aber ich mag es unglaublich, wenn der Sound einer Band derart "muffig" klingt, wie es auch schon bei den Nerve Beats und natürlich Tyvek der Fall ist, was natürlich nicht gleichzusetzen ist mit "schlecht", im Gegenteil, es ist wirklich großartig, was die Band zusammenspielt und dass sie sich auch einer psychedelischen Ecke nicht gänzlich verweigern, macht die Stücke nur umso besser. Bandcamp 

Samstag, 23. Februar 2019

Video der Woche

End Time - s/t Ep (self released)

Fans von Mission of Burma und dem Drive Like Jehu - Universum aufgehorcht! End Time ist eine brandneue Band, die so 
gar nicht klingt, als würde sie aus San Francisco kommen, aber sowohl in ihrem Sound als auch in dem Text, der auf der Bandcamp-Seite mitgeliefert wird, eine gute Bestandaufnahme liefern, wie es irgendwie gerade überall auszusehen scheint und wie sich wohl wirklich eine Menge Menschen fühlen.

Nihilismus und die gefährlichere Flucht in den Solipsismus liegen doch irgendwie nahe in dem Wahnsinn, der um sich greift, aber gerade das sollte eigentlich nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Vereinzelung, Vereinsamung, Rückzug usw. - sprach der, der den lieben langen Tag vor dem Laptop sitzt und zu Bands rumlabert.
4 Leute sind eine Gang, bzw, in diesem Fall eine Band und es muss wohl ein Denken und Fühlen fern von Solipsismus von Nöten sein, um so etwas Schönes zu schaffen. 

6 Stücke stark ist diese Debut-Ep und der sehr dichte, ausgeklügelte, zutiefst melancholische Sound, irgendwo zwischen Institute, einem feinen Postrock-Einschlag, gefällt mir gerade sehr gut. Beim zweiten Stück werde ich auch ein wenig an Wild Moth erinnert. Wirklich starkes Debut einer Band, die man auf dem Schirm behalten sollte. Bandcamp   

Freitag, 22. Februar 2019

The Submissives - Pining For A Boy Ep (Egg Paper)

Bald ist ja wieder Brunftzeit! Dieses Projekt ist der Alptraum eines jeden riemen-gesteuerten Plattenspielers und der sichere Tod eines jeden Audiophilisters. 

"The Submissives" ist Deb Edison, die alle Instrumente alleine eingespielt hat, wunderbarst verschroben-schrullige Songs zum Besten gibt, die das bescheuerte Antlitz der "Liebe" auf´s Beste demaskieren. Live wird sie wohl von Leuten an den Instrumenten begleitet, die bis dato noch nie in Bands spielten und absolute Anfänger an ihren Instrumenten sind, wenn das denn stimmt.

Bißchen, als würde man auf heftigst dosiertem Zoloft an einem schönen Frühlingstag durch den Park torkeln und sich dort Verliebte anschauen, wie sie sich zu Affen machen in ihren drolligen Paarungsritualen. Ich bin beim 8ten Stück angelangt und wirklich angetan von der Musik, die meinen Gedanken gerade kaum besser entsprechen könnten. Bandcamp  

Ice, Sea, Dead People - If it`s broken, break it more Lp (Lost Toys Records)

6 Jahre brauchte diese Lp bis sie den Weg von London in mein einzig funktionierendes Ohr fand. Die Mitglieder der Band sind mittlerweile bei der Band Dancehall gelandet, die sich ähnlichem Sound veschrieben haben, aber doch eine Spur mehr Pop in sich zulassen.

Erste Assoziation, die mir da in den Kopf kommt ist vielleicht tatsächlich Chung, falls die noch wer kennt. ISDP nahmen den Begriff NoisePunk noch sehr genau, was bestimmt manchmal kein Fehler ist. Genau die Art von Musik, die man bei einem illegalen Autorennen gerne hören würde. Bandcamp 

Donnerstag, 21. Februar 2019

Video der Woche

Scupper - Some Gauls Lp (Blue Cheese Toothpaste)

Lasst euch vom Cover-Artwork nicht in die Irre führen. Bei Scupper handelt es sich um eine der 15 finsterst-dreinblickenden Metal Bands des Planeten. Ich weiß nicht, ob man es dir schon erzählt hat, aber Bandcamp wird eigentlich von einem Katzen-Schattenkabinett regiert. Ich meine schau dich doch mal um.

Diese Lp ist gerade mal 2 Jahre alt und wenn ich das einzige Guckloch, das in meine Kellerbude gesägt wurde auch mal putzen würde, würde ich mitbekommen, dass die Jahreszeit so langsam doch vielleicht wieder am Wechseln ist. Und weil im Sommer das Leben ja ungleich schöner und ausgelassener ist, die Hormönchen wieder ausgelassen durch die Luft flattern, sei auch hier schonmal der Soundtrack für diese Jahreszeit mitgeliefert. Macht man doch so: Im Winter schon voraussagen, was im Sommer gehört wird. 

Als Fan der Estrogen Highs könnte mir eine solche Band kaum gelegener kommen. Weniger aufgesetzt ist Lo-Fi Pop nicht möglich wenn man mich fragt. Super zurückgelehnte Songs, die bestimmt einen gewissen PowerPop-Einschlag haben, aber doch sehr garagig und scheinbar-minimal ausfallen. Ich mag so was unglaublich. Musik, die beim ersten Hören nicht weh tut, aber ein ganzes Universum an Klängen ausbreitet, wenn man genauer hinhört. Klingt vielleicht jetzt pathetisch, aber vielleicht weißt du ja was ich meine? Verdammt gute Platte, die ich mir allzu gerne einverleiben würde. Bandcamp   

Mittwoch, 20. Februar 2019

Abjects - Never Give Up Lp (Yippee Ki Yay)

Mega solide Debut-Lp der Abjects. Nach 2 Eps auf Greenway Records und Stolen Body sind sie nun bei Yippee Ki Yay gelandet und bald steht auch schon eine USA-Tour an. Herrlich erfrischend und unaufgeregt gniedeln sie sich durch 60 Jahre an Garagepunk, werfen auch powerpoppige Zutaten in den Kessel und huldigen selbst den Monks in "mañana". 

Völlig aus der Zeit gefallen, aber auf eine sehr gute Art und Weiße, verlieren sie sich nie in Refrenzen an einzelne Bands oder einen einzelnen Sound, sondern hüpfen -wie gesagt- sehr leichtfüßig über die Garagepunk-Landkarte und man merkt einfach, wie sehr die Leute Bock haben, die Quintessenz aus einem Genre zu gewinnen, was ihnen ausgesprochen gut gelingt. Sei es, wenn sie sich ruhigeren, surfigen Momenten widmen, oder wenn sie tatsächlich protopunkigere Einflüsse zulassen. Wirklich stark!!! Bandcamp   

Platte der Stunde


Richard Papiercuts - Twisting the Night Lp (ever/never)

Drei Jahre sind seit der letzten Lp vergangen, auf der eher sperriger Postpunk präsentiert wurde, wie er entfernt an Birthday Party erinnert und es hat sich einiges getan bei seinem Songwriting, das besser denn je ist. 

Fans seines enorm-psychotischen und vielleicht etwas kantigeren Sounds werden spätestens hier vielleicht enttäuscht sein, obwohl die Fahrtrichtung schon bei manchen Stücken in den Vorgänger-Alben angekündigt wurde, was aber gerade hier in absoluter Reinform betrieben wird und schon ab den ersten Tönen fühlt sich die Scheibe enorm familiär und ja, in Ermangelung anderer Worte, warm an. 

Klar, wird man da sofort an Bands erinnert, die auch mir auf der Zunge liegen, aber auch das ist ja kein Fehler. Wunderbar gereifte Musik, die sich sehr gut auf dem Plattenteller macht. Bandcamp

Dienstag, 19. Februar 2019

Fad - S/T Ep

Ziemlich fieses Gedresche, das sich gleichermaßen bei Noise- , Hardcore- und Postpunk bedient. Der Gesang ist völlig überdreht und hysterisch und gerade dadurch und die Kapriolen der Instrumente dürften die Puristen ziemlich schnell aus dem Geschehen geblasen werden, wobei es wirklich großartig ist, was hier alles zusammengemischt wird. Komm, wir nennen es Art-Core oder lieber doch nicht... Bandcamp 

Video der Woche

Montag, 18. Februar 2019

The Cowboys - The Bottom Of A Rotten Flower Lp (Feel It)

Ich glaube, auf wenig andere Alben hat sich die kleine aber feine Punkrock-Welt so sehr gefreut wie auf dieses und natürlich wird man nicht enttäuscht von der Band, zumindest, wenn man nur ansatzweiße PowerPop etwas abgewinnen kann, der mindestens so süß schmeckt wie ein Dauerlutscher von der Tanke. Ganz schön rumgekommen sind sie auch bei ihrer Labelwahl. Von Hozac über Drunken Sailor, Lumpy bis zu Feel It und es wird eigentlich schnell klar warum. 

Wer diese Band nicht ab den ersten Tönen in sein Herz schließt, der hat wohl keines. Ich meine, das ist Musik, an die sich zurecht so wenige Bands heranwagen, weil so vieles ganz falsch gemacht werden kann, aber sämtliche Hürden scheinen für The Cowboys nicht existent und sie schaffen es ein weiteres mal sehr dicht, schlampig und gleichzeitig extrem ausgereift zu spielen. Falls dich mal wer fragt, wie PowerPop gerade heute zu klingen hat, dann kannst du denjenigen ruhig an diese Band verweißen, ohne Scheiß jetzt... Bandcamp

Rips - Rips Lp (Faux Discx)

Beim dritten Stück hatten sie mich. Gerade solche Musik hat es mir im Moment doch enorm angetan. Bands an der Schnittstelle zwischen Garagerock und Pop für Nicht-Ganz-Verblödete zeigen doch auf, dass da ein musikalisches Dasein jenseits des Weltuntergangs-Selbstzerstörungs-Punk sein kann, wenn man sich an die Instrumente setzt und wirklich mal Gedanken über Songwriting macht. Leicht gesagt, wenn man selbst kein Instrument spielt, ich weiß...

Ein bißchen schade, dass ich auch dieses Label erst jetzt wirklich auf dem Schirm habe, da sie keine Platten mehr rausbringen, aber wenigstens die Rips scheinen noch zusammenspielen, was ja immerhin eine gute Nachricht ist. Ich glaube, du kannst es nennen wie du willst, ich find´s schön. Bandcamp  

Samstag, 16. Februar 2019

Witching Waves - Crystal Cafe Lp (Soft Power Rcs, HHBTM)

Bla Bla Sonic Youth Bla Bla Bla Wire... Ach komm schon, ich kann diese Verweiße langsam nicht mehr lesen. Gibt und gab es denn keine anderen Bands - nirgendwo. Sind das diejenigen, auf die man sich in der neuen Intellektualität positiv beziehen kann, wobei ich da Sonic Youth schon früher rausgenommen hätte. 

Die Witching Waves haben einen neuen Release, der im April auf Specialist Subject erscheinen wird und natürlich sind noch keine Songs online, um die Sache spannend zu halten und den großen Blogs und Magazinen in bester DIY-Manier den Vortritt zu lassen, wenn es darum geht, wer ein bißchen zu der Band rumblubbern darf. 

So genug gehasst, denn diesen haben die Witching Waves eigentlich wirklich nicht verdient, ganz im Gegenteil, die sind der Hammer und schreiben schön noisige Pop-Nummern, die vielleicht auch manchmal an The Clean, oder The Chills erinnern. Das schneidende Gitarrenspiel und die gespenstischen, fast etherischen Lyrics machen diese Band so unheimlich gut. Und wie es Leute schaffen, gleichzeitig Schlagzeug zu spielen und so glockenklar zu singen wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben.

Mit Biegen und Brechen kann man ihnen schon auch eine shoegazige Note unterstellen, aber nur weil die Gitarrre schon auch mal sehr krachig daher kommt, heißt das ja noch lange nicht, dass man es mit einer Band dieses Genre zu tun hat, denn zu flott und aufwühlend sind die Songs geraten, um ihnen zu unterstellen, dass ihnen ausschließlich daran liegen würde, Klangteppiche auszubreiten. Zu viel DIY-Pop-Referenzen können da herhalten, als dass ein solcher Vergleich ihrem Sound standhalten würde.

Generell kommen all die Stücke sehr erwachsen und gereift daher, ohne jedoch einen Mangel an jugendlichem Elan durchleuchten zu lassen. Ich bin wirklich gespannt auf ihren neuen Release! Youtube  Bandcamp 

Video der Woche

Come On - s/t Lp (Manufactured Recordings)

Die Lithics haben ganz schön was losgetreten und es ist schon ein bißchen lustig mitzuverfolgen, wie viele Leute sich an einem ähnlichen Sound versuchen und eher unfreiwillig komisch daher kommen, wobei ich es ja schon sehr drollig finde, wie sehr 
manche schon so übersensibilisiert sind, dass eine ausgedrückte Zigarette sie zu Tränen zu rühren vermag. Bißchen wie bei Nietzsche, der in seiner fortgeschrittenen Umnachtung einem dahinsiechenden Pferd um den Hals gefallen ist. Manche Drogen vertragen sich wohl nicht mit sogenanntem ArtPunk oder PunkArt - wie man es auch immer nennen mag.

Aber die Lithics haben einen solchen Sound nicht gerade erfunden, davor gab es in den 70ern z.b. diese Band, die manchmal schon klingen, als hätten sie sich in der Musiktherapie einer Psychiatrie zusammengefunden und das meine ich ausschließlich positiv.
Gerade im ersten Song drückt sich einem die Nähe zu den Lithics fast schon penetrant aufs Auge. Aber mir läuft das ungemein gut rein und auch die Lied-Titel lassen einen wirklich coolen Humor vermuten: My Neighbor makes Noise, Business Men in Space...

Und mal ehrlich, es gibt einfach keine Bass-freundlichere Musik. Würde man das Basspiel losgelöst von der sonstigen Instrumentierung betrachten, hätte man vielleicht schon das Fundament für Disco-Funk, der zu dieser Zeit wohl auch seine Hochkonjunktur hatte. Gerade das gefällt mir auch bei den Lithics. Bassläufe, die einen den "Moonwalk" tanzen lassen wollen. Weißt du, was ich meine? Also, sich unglaublich smooth zur Musik bewegen. Wirklich eine feine Band! Generell leistet das Label wirklich coole archäologische Arbeit und ist mehr als einen Blick wert! Bandcamp   

Freitag, 15. Februar 2019

Melenas- s/t Lp (El Nebula Recordings, Elsa Records, Snap! Clap! Recs)

Seit Tagen lande ich immer wieder bei dieser Band und gerade jetzt gefällt sie mir eigentlich am Besten, weil meine Gedanken gedrosselt genug sind und in der selben Geschwindigkeit 
verlaufen wie die Stücke der Melenas, die aufs Schönste entspannt daher kommen und vielleicht wirklich so nur an einem sonnigen Tag in Kalifornien oder eben, wie in ihrem Fall, in Spanien entstehen können. 

Schon lange hatte ich keine Band mehr aus Spanien auf dem Schirm, die wirklich einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. Die letzten waren wohl wirklich die Mujeres, die auch ihren aktuellsten Release von 2017 haben. 

Die Melenas wiederum spielen, wie eingangs schon erwähnt, wirklich fluffig-leichten, kalifornischen Garage-Rock und es fallen einem natürlich die üblichen Bezugsgrößen ein, von Best Coast über La Luz, Las Robertas usw. Aber nicht, dass du denkst es würde sich einfach um eines der vielen Retorten-Kinder handeln.
Dafür sind die Songs viel zu eigenständig, originell und ausgeklügelt. Wer poppiger, melodiösester Gitarren-Musik auch nur das geringste abgewinnen kann, wird an der Band mindestens so viel Gefallen finden wie ich. Youtube Bandcamp   

Bücher & Musik

Jen Calleja (Sauna Youth, Feature...) macht nicht nur irre gute Musik, sondern verdient sich ihre Brötchen als Übersetzerin und übersetzte u.a. dieses Buch vom Deutschen ins Englische, das ich tatsächlich auch gelesen habe. Leider versuche ich die meisten Bücher auf schnellstem Wege wieder loszuwerden, weil ich selten eines zwei mal lese, daher auch kein Beweißfoto, aber ich meine, es hätte mir ganz gut gefallen.

"Sinnsuche" klingt immer so nach Hermann Hesse, aber gerade dieses Buch ist eigentlich nur so durchzogen von allerlei komisch aufgearbeiteter postmoderner Wirren.
Mein Gedächtnis ist leider wirklich nicht das Beste, und es ist schon eine Weile her, dass ich es gelesen habe, daher auch keine Inhaltsangabe oder ausführliche Rezension. Du kannst es ja mit deinem Pc-Computer suchen oder einfach auf gut Glück bestellen, da du meinem und Jen´s (das klingt gut) Geschmack vollauf vertraust...   

Donnerstag, 14. Februar 2019

Vision 3D - s/t Ep (Belly Button Records)

Es gibt Sachen, zu denen möchte man tanzen und es gibt Sachen, zu denen möchte man unfassbar cool tanzen. Ich tanz ja eh zu Allem, manchmal auch zum Geräusch, das der Fahrkartenentwerter macht. Wer sich fragte, was aus Thee Marvin Gays wurde, bekommt hier, mit dieser 7" auch schon die Antwort mitgeliefert.

Schon das klackernde Schlagzeugspiel, das klingt, als würde jemand auf einer rostigen Motorhaube rumklopfen, hat mich ja schon völlig für sich vereinnahmt, aber was die Gitarren und die Stimme darüber kreieren ist einfach viel zu geil, um hier in Worte gefasst werden zu können. Ich meine, es ist 2 Uhr und ich bekomme einfach kein Auge zu, aber es muss dir da doch ähnlich gehen?! Stell dir einfach eine super-entschlackte Lo-Fi Variante der Liminanas vor und du kommst nahe dran, was da so gemacht wird.
Großartige 7"!!! Bandcamp  

Hans Predator - Be-Bop-A-Losers Lp (self released)

Hätte ich ein abgefahrenes Label würde ich diese Band sofort anschreiben, um diese Songs hier auf Vinyl zu veröffentlichen - kein Scherz. Für mich ist diese Lp nahe dran perfekt zu sein. Ich muss gestehen, ich tu mir immer schwerer mit allzu klassischem Garagepunk, aber schon alleine wie diese Band das Genre aufarbeitet und sich trotz gewohnter Rhythmik einen Schwung beibehält, der nicht nur ein feines Gespür für abgefahrene Melodien transportiert, sondern auch aufzeigt wie gut RnR auch heute noch klingen kann, lässt mich hier im Dreieck springen. 

Kurzweiliger hätte die Zusammenstellung der einzelnen Stücke auch kaum geraten können und der trashig-augenzwinkernde Charme von den Royal Trux trifft auf die rohe Energie der Oblivians, aber alles ohne, dass sich die Band allzu ernst dabei nehmen würde, was man bei dem Namen ja unschwer erraten kann. Auch mit einem früheren Release, "Space-Walk dont run" zeigen sie aufs symphatischste auf, dass ihnen bewusst ist, dass da eine andere Band mit ähnlichem Namen existiert, die eben mit "SpaceWalk" einen ihrer besten Songs geschrieben hat. Gefällt vom ersten bis zum Letzten... Bandcamp   

Mittwoch, 13. Februar 2019

Song der Stunde

Pet Crow - A Simple Guide To Small And Medium Pond Life Lp (Reckless Yes)


Erst mal das bombastische Cover-Artwork... Auch musikalisch macht es einem die Band nicht gerade einfach. Noise-Pop steht unten bei den Tags und ich find das eine wirklich schöne Beschreibung dessen, was die machen. Liegt es daran, dass ich älter werde, dass ich doch gut-produzierte Platten wie diese hier lieber auf dem Plattenteller liegen habe? Audiophile Besorgtheit vielleicht, aber gerade erst vorhin hatte ich wieder so eine Phase.
Das hat aber mir der Band, abgesehen davon, dass die Platte unverschämt gut produziert ist, recht wenig zu tun. 

Von Anfang an. Die teilen sich das Label mit u.a. LIINES, die einzig legitime Sleater Kinney - Nachfolge, wenn man mich fragt und z.B. auch Unqualified Nurse Band, deren Name mich schon hat Purzelbäume schlagen lassen. Ok, aber was Pet Crow zusammenspielen stellt schon eine ganz eigene Liga dar, könnte Leuten immens gefallen, die heimlich immer noch die Yeah Yeah Yeahs und The Gossip gut finden, und da zähl ich mich dazu, auch wenn meine Punk-Credibility dadurch um mindestens 10 Punkte fällt, aber ich schätze darum muss ich mir eh keine Sorgen mehr machen. 

Gerade das gefällt mir aber so gut an der Band, dass sie sich so völlig aus der Zeit bewegt und irgendwie ziemlich vieles an Musik des letzten Jahrzehnt mitgenommen zu haben scheint und in sehr poppige Rock-Songs zu packen versteht, die manchmal natürlich schon auch an Gang Of Four erinnern. Also mir macht das Spaß und ich bin sicher, diese Band ist live sehr spaßig anzuhören. Bandcamp  

The P'ids - Demo (self released)


Das könnte das verschollene Predator Demo Tape sein. Schon alleine das Artwork gefällt mir abartig gut, aber auch, was da so 
zusammengeschreddert wird. Man hört. was die Leute hören und man muss sofort an einige Bands auf Total Punk oder eben Scavenger Of Death denken. Genau die richtige Art von Musik, um sich in einem Bad aus Schnaps einzuweichen und Dummheiten zu begehen, die man am nächsten Tag nur schwer vor sich selbst rechtfertigen kann. Bandcamp

Song der Stunde

Konvoi - s/t Ep (Snot Releases)

Das fängt so harmlos an, aber schon ab den ersten paar wenigen Tönen, die noch einiges offen lassen, wird schnell klar, dass man es mit einem ziemlich fiesen Brocken, pechschwarzer Musik zu tun hat, was natürlich nicht zuletzt dem tollwütigen Gesang geschuldet ist. 

Aber auch die Gitarren fahren Fiesestes auf, transportieren eine ähnliche Stimmung wie es schon DiCaprio machen, sprich es wird klaustrophobst-psychotischer Sound zum Besten gegeben, bißchen wie ein vor sich hinbrodelnder Vulkan. So passend der Gesang ist, so sehr vereinnahmend ist er dann teilweiße doch. Generell das Label - wer auf der Suche nach noch mehr musik-gewordener Fiesigkeiten ist, ist da wirklich gut aufgehoben. Bandcamp 

Montag, 11. Februar 2019

Video der Woche

New Junk City - Same Places Lp (Night Animal Records, Secret Pennies Records, Real Ghost Records)

Da war doch mal was?! Ich will hier sicherlich nicht ein ganzes Genre restaurieren und irgendwelche Dinosaurier-Knochen ausgraben, aber wenn mir eine solche Band unterkommt, werde selbst ich ein wenig hellhörig. Es gibt Nischen, die haben sich vielleicht wirklich selbst-zerstört, sind implodiert und fast völlig 
vom Radar verschwunden. Warum, kann man wohl so genau nicht 
beantworten. Oder ich schau einfach nicht in den richtigen Ecken 
nach... 

Also erst mal ja egal, denn was New Junk City hier so zusammenbrauen, gefällt wirklich gut und sie umschiffen alle Hürden, die dem Genre anhaften mit Bravour, kommen
in ihren melodiösesten Momenten nicht pathethisch peinlich daher, sondern lassen das eher wie eine Huldigung erscheinen, die aber immer wieder aufgebrochen wird und die nötige Ecke Ratz, Können und Sensibilität aufbietet. 

Du kannst es SkatePunk nennen oder vielleicht sogar PopPunk, aber genaugenommen merkt man schon im Sound an sich, dass sie sich allzu enger Grenzen nicht so wirklich fügen möchten und sich etwas Bewegungsfreiheit wahren wollen, was ihnen ausgesprochen gut gelingt! Bandcamp   

Bruised - ...introduction to Rotten Codex Ep (self released)

Ich komm mir manchmal schon schrecklich alt vor, wenn ich auf meiner antiquierten Maus durch Bandcamp düse und all die schönen Bilder sehe, auch in diesem Fall - mit einem Flimmerkontrast ist man sich meiner Aufmerksamkeit sofort gewiss. Aber wenn man Rentner ist, kann man sich ja schon mal alt fühlen. 

Bruised kommen aus Chicago und ihr Intro klingt ein wenig wie 
bei King Crimson entliehen. Beim zweiten Stück wird aber recht schnell klar, welche Bands da einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben und ich würde einfach mal behaupten, dass sie schon ein wenig nach einer Schnittmenge aus den Coneheads und 
Secret Prostitutes klingen, was ja sicherlich kein Fehler ist, sprich,
wenn man es Garagepunk nennen möchte kann man das nicht, ohne ihnen einen gewissen Hardcore-Drive zu unterstellen und umgekehrt. Bandcamp   

Sonntag, 10. Februar 2019

Neurotic Fiction - Pulp Music Lp (Specialist Subject)

Krass, manchmal glaube ich ja insgeheim schon an solche Dinge wie spukhafte Fernwirkung. Da dachte ich an eine Radiosendung und schau nach, was da so geht und die senden live und ich darf eine solche Band darüber entdecken... 

Ich meine, ich würde wirklich lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich beim lethargischen Bandcamp-Scrollen nicht schon auf sie gestoßen wäre, aber da ich mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches gesegnet bin, hab ich noch nicht reingehört, bis jetzt. Verfluchtes Bandcamp! Da sitz ich jetzt und hör mir das ganze Album an und bin förmlich aus dem Häuschen. 

Wirklich, es gibt grad so viel so extrem trashiges Zeug, das ich auch sehr mag aber gerade dann bin ich froh wieder mal so etwas hören zu dürfen. Ich kann es so genau nicht einordnen, will Wortklauberei auch irgendwie bißchen vermeiden, weil da so vieles rauszuhören ist. Ob es jetzt Gang Of Four sind, ob es eine leichte Surf-Note ist, oder wirklich moderneres Zeug wie das der Lithics minus allzu krasses Gefrickel oder vielleicht auch Chook Race

Manchmal gibt es wirklich Bands, die beim Songwriting gerade so wirken, als wäre das Instrumentarium um den Gesang und die Geschichten, die erzählt werden, herum kreiert worden. Gerade das Gitarrenspiel wirkt so unfassbar locker und doch sehr ausgereift, dass es einen fast schon dabei gruseln möchte, obwohl die Stimmung die durch die Stücke transportiert wird, kaum entspannter sein könnte. Die sind ganz ganz bald schon auf Tour. Bandcamp    

The Creachies - s/t Ep

Das ist wohl wirklich das Süßeste, das ich seit Langem gehört habe. Also, die dürften defintiv noch auf mein Hüpfburg-Line-Up aufspringen. Wer Home Blitz auch nur das Geringste abgewinnen kann, oder wer die Rezillos auch mögen tut, ist hier goldrichtig, wirklich und in echt. 

Aller knuffigster PowerPop, der gerade durch den Sythesizer-Einsatz sehr abgespaced daher kommt und völlig verschwirbelt ist, aber das auf eine sehr gekonnte und angenehme Art und Weiße. Auf diesem Album sind so viele Hits zu finden und manchmal muss ich da schon auch wenig an David Bowie denken. Was für ein unfassbar gutes Songwriting! Bandcamp   

Die schönsten Albencover

Alex Wiley Coyote - Psychedelic Problems
Time Grove - More Than One Thing
Dream Wave - Missing Home
The Bordellos - How To Lose Friends And Inspire No One

Girl Germs - Boys`s Club Ep (Roolette Records)

Hihi, was für ein gemein guter Bandname. Auch sonst geht`s sehr ernsthaft zur Sache bei der Band und es geht um Dinge wie Tee-Trinken, Puppen und so Sachen halt. 
Nein, in all den Songs ist wohl eine Menge Wahrheit und humorvoll aufgearbeiteter Verdruss zu finden. Nenn es Garagepunk und du liegst wohl nicht daneben.

Die Gitarren schrammeln sehr gut vor sich hin und trotzdem sind die Stücke abwechslungsreich genug gestaltet, um einen bei der Stange zu halten. Die Nähe zu ihren Labelmates Surfbort ist kein wirklicher Zufall und ähnlich verrückt geht es bei Girl Germs zur Sache und spätestens bei "Rutt" wird halt schon klar, dass sie sich auch auf super-abgefahrenes Songwriting verstehen, das sich teilweiße fast schon unter Wert verkauft. Bandcamp   

Samstag, 9. Februar 2019

Video der Woche

R.M.F.C. - Hive Volumes 1 & 2 Lp (Erste Theke)

Ha, eine weitere treffsichere Konfetti-Rakete, die da vom ETT-Geheimlabor gezündet wird. Man muss sich wohl nichts vormachen, es sind gerade Bands wie die Coneheads und das unüberschaubare Lumpy-Universum, die solchen Sound auf die Landkarte gebracht haben und alles zu einer einzig großen Spielwieße für kleine-große Kinder werden ließen, die gehörig am Gitter der Langeweile rütteln und die Dinge in eine Richtung zu lenken verstehen, die mir ausgesprochen gut gefällt und das nicht nur musikalisch. 

Man mag es kaum glauben, aber Punkrock kann auch Spaß machen und gerade Bands wie Rock Music Fan Club verstehen sich ausgesprochen gut darauf, diesen zu zelebrieren, als wäre es das Ende aller Tage, oder zumindest der Musik, obwohl hier die infantile Dekonstruktion noch in Grenzen gehalten wird und sie sich auf einem Mixtape auch ganz wunderbar neben Gee Tee machen würden.

Ausgesprochen minimal aber sehr tight runtergerotzter Garagepunk, der sich gleichermaßen bei Giorgio Murderer, äh ja, Devo und eben Gee Tee zuhause fühlt. Diese Lp ist eine Zusammenstellung der beiden Tapes, die auf Warttmann Inc. und Slime Street Records erschienen und du solltest sie dir wirklich bestellen, um Teil der Revolution sein zu dürfen! Bandcamp     

Freitag, 8. Februar 2019

Puhelinseksi - Mitäs Meistä Tänne Jää Lp (Svart Records)

Alter Falter, ich glaube ich fang an, mir finnisch anzueignen, nur um zu verstehen, was auf diesem Album so gesungen wird. Wie gut ist das denn? Wie verrückt geil? Wie abartig schön? Super ausgefeiltes Songwriting, wie es leider nur aus den kälteren Ländern der Welt stammen kann. Also wem Särkyneet schon gefällt, der oder die wird diese Band mehr als alles andere lieben. 

So, Google verrät mir, dass der Album-Titel so viel wie "Was ist mit uns Eis hier" bedeutet. Aha, ok. Aber der Bandname heißt kurz und knackig "Telefonsex", wobei "Puhelinseksi" viel viel drolliger klingt, mindestens so drollig wie die ganze Band an sich. Wirklich jeder einzelner Song ist ein Hit und ich wackel jetzt bißchen dazu rum. Soundcloud  

Plasmalab - Love / Life Ep (Bruised Tongue)

Schwer vor sich hinwalzender Noiserock, der weniger darauf setzt, besonders vertrackt daher zu kommen, als darauf, Druck aufzubau-
en und einen hypnotisch-minimalen Strudel zu erzeugen, in dem es gerade mal der Gesangsstimme erlaubt zu sein scheint, sich völlig
auszutoben. Mal kommen einem Chrome in den Sinn, mal Running und gerade, dass das so schön reduziert ist in der Instrumentierung gefällt mir ausgesprochen gut. Bandcamp 

Das Mixtape, auf das du so lange gewartet hast

Donnerstag, 7. Februar 2019

theVertigos - Out Of My Head Ep

Yeah, wie gut! So was hat mir gefehlt. Gerade oder bald sind ja die Baby Shakes und Pale Lips auf Tour, die beide auch grandiose Alben rausgebracht haben und es wäre zu witzig, wenn die Vertigos auch noch auf Europa-Tour wären. Erst dann wäre die RnR-Revolution vollkommen. 

Aber theVertigos klingen dann doch eher noch nach der Teengenerate und Supercharger-Schule, heißt, die meisten Stücke sind etwas roher gehalten, aber doch ist es sehr erfreulich, gerade jetzt wieder mehr solche Bands zu hören zu bekommen. Manchmal sind die Dinge doch irgendwie sehr einfach und man kann alles mögen, das man halt mag. So spielte zum Beispiel ein Mitglied vorher bei Scumraid, einer D-Beat Band. Bei "Out Of My Head" erinnern sie mich sogar an Moralens Väktare. Schön verrohter RnR, der leider auch in Japan immer noch ein Nischendasein fristet, sich aber mit Your Pest Band und den Suspicious Beasts  in bester Gesellschaft befindet. Erst vor wenigen Tagen haben sie ihren ersten Auftritt gespielt und ich wäre schon gerne da gewesen. Bandcamp   

Mittwoch, 6. Februar 2019

Negative Gears - Ep (Disinfect Records)

Das Cover tut ganz schön weh. Aua. Im ersten Moment dachte ich ja: "Wow, noch eine PostPunkBand" im zweiten war ich dann doch 
recht froh, dass sie nicht "Sinister Anxiety" heißen, im dritten fand ich sie ganz cool, nicht zuletzt auch wegen den Synthi-Sounds, die ungewöhnlich sind und die Stücke dadurch sehr wavig daherkommen lassen, sag ich mal. Auch die Gitarren bewegen sich fern allzu ausgetretener Pfade, schlagen vertrackte Haken. 

Manchmal werde ich dann doch schon an Marbled Eye erinnert, nur halt in desolaterer Stimmung, die mich gerade ganz schön erdrückt, aber wenn ich andere, wachere Voraussetzungen an die 
Platte mitbringen würde, würde ich vielleicht sogar dazu um meinen Tisch tanzen, ziemlich sicher sogar. Kommt sehr gut! Bandcamp  

Video der Woche

Girl Crazy - Go Dictating Ep (self released)

Es macht mich immer ein bißchen traurig eine Band zu entdecken, die so dermaßen meinen Nerv trifft wie Girl Crazy, um dann festzustellen, dass sie schon gar nicht mehr zusammenspielen. Es gibt süße Bands, es gibt süße Musik und es gibt Girl Crazy. Ernsthaft, hör dir das doch mal an!! Unzählige Bands versuchen sich vergeblich jahrelang an genau so einem Sound und es kommt einfach nichts dabei raus und diese Band schüttelte die Trümpfe aus den Ärmeln, als wäre es die einfachste Sache der Welt.

RnR könnte kaum entspannter und cooler gespielt werden, wenn man mich fragt, oder nenn es von mir aus auch PowerPop, aber man muss schon taub sein, um nicht zu hören, dass jeder einzelne 
Song auf diesem Tape ein kleines Juwel ist. Musik, zu der man tanzen möchte, geht einfach nicht anders. Wenn du denn unbedingt Vergleiche haben willst, dann können schon die Modern Lovers oder vielleicht auch ein bißchen Christmas Island herhalten.
Ich war noch nie in Australien aber ich wünsche mich mehr denn je dorthin, gerade jetzt. Es ist warm, es ist weit weg von Deutschland und es gibt dort scheinbar einfach keine schlechte Musik. Bandcamp 

Dienstag, 5. Februar 2019

Back Teeth - Garbage Head Ep (self released)

Fuck, wie gut ist das bitteschön? Fast augenblicklich werde ich bei den ersten zwei Songs an die Anfänge der Raveonettes erinnert, heißt es wird eine beste Melange aus Shoegaze und Garagepunk präsentiert. Diese Ep kam Anfang letzten Jahres raus und es wird 
auf Bälde ein Longplayer versprochen, was ich doch mal schwer
hoffe. Das bläst mein übernächtigtes Hirn gerade ziemlich gut durch. Der Wahnsinn, also die Band, nicht mein persönlicher... Bandcamp

Kommisars - II Ep (Brain Tape)

Zappendusterer PostPunk, der beim ersten Stück sehr            familiär klingt, beim zweiten schon etwas vom Gaspedal steigt, um auf schwereren, getragenen Sound zu setzen, der bißchen wie eine andere Inkarnation von Institute daher kommt, ohne dabei allzu geradlinig zu sein, sondern eher noch Bock auf Experimente hat, jenseits allzu verschrobener Frickeleien. Gerade der gespenstische Gesang ist hier die Würze in der Suppe. Geht gut ins Ohr! Bandcamp 

The Elite - Demo Ep (self released)

Ich kanns mir nicht verkneifen, aber das ist die Band, die man in meiner Straße hört, jeden Tag. Fünf Häuser weiter wohnt ganz bestimmt die "hässliche Fratze" des Kapitalismus. Es kann auch vier Häuser weiter sein. Nicht, dass ihr den schüchternen, jungen Mann erwischt, der immer am Rockzipfel seiner Großmutter hängt (nein, damit meine ich nicht mich). Spaß beiseite...

3 Songs stark ist diese Demo. 3 Songs und schaut euch alleine mal 
das Bomben-Artwork an. Auch beim Sound wird Krassestes aufgefahren. 70s Rock, Hardcore, und Trash-Metal in Perversion. Nicht nur farblich würde das neben die Power Face Lp passen, sondern auch klanglich, nur dass diese Band fast schon tanzbar ist, zumindest in meinen Ohren. Die Stimme der Sängerin, alles an dieser Band ist so perfekt, dass es einen gruseln möchte, wirklich!! 
Ich raste jetzt ein bißchen dazu aus und würde mir wünschen, dass in Form einer 7" mein Eigen nennen zu dürfen. Bitte sehr bald mehr davon! Bandcamp 

Montag, 4. Februar 2019

Animal-Loving-Muscle-Vampire-Of-Darkness



The Lindas - 8 by 9 Ep (Refry Records)

Es macht mich immer ganz fuchsig, wenn ich keine Infos über Bands finde, dabei würde ich doch gerne wissen, was die Leute 
gerne zum Frühstück essen, welche Zigaretten-Marke sie rauchen
etc. 

Nein, Quatsch. The Lindas haben nicht nur einen extrem guten
Bandnamen, sie spielen auch noch sehr geilen Punkrock, der irgendwie ja schon eine ganz eigene Liga darstellt. Und bitte hört auf jede Band, bei der ein Synthesizer zum Equipment gehört als Synth-Punk zu bezeichnen. Es würde doch auch niemand sagen, dass das Guitar-Punk ist. Was eine quatschige Genre-Bezeichnung. 

The Lindas sind nicht quatschig, die sind gut und wenn du das Label unter die Lupe nimmst, wirst du noch viel viel mehr Süßigkeiten der Art finden. Bandcamp  

The Shrike - The Shrike Ep (self released)

Wie gut! Demo einer Band, die extrem garagigen PostPunk spielt, der mich sofort an Terry oder in seinen düstersten Momenten an die Country Teasers erinnert, heißt, man merkt, dass da die richtige Musik konsumiert wurde, bevor man sich die Instrumente geschnappt hat. Gerade der psychotische Unterton, den die Gitarren erzeugen, gefällt mir sehr. Bandcamp