Mittwoch, 2. Januar 2019

Tv Colours - Purple Skies, Toxic River Lp (Dream Damage/XVIII Records/Comedy Minus One)

Irgendwann mal, wenn ich meinen Einkaufszettel fertig geschrieben habe, verlasse ich vielleicht auch wieder das Haus, aber wieso auch? Second Life rockt hart. Ich hab extra wieder im Großversand nachgeschaut, ob sie immer noch auf der Platte sitzen, aber tatsächlich hat sie jemand endlich gekauft, bzw. viele haben das, da Comedy Minus One 2015 einen neuen Schwung pressen ließ. Wirklich, um kaum eine Platte bin ich so lange herumgeschwenzelt und hab mich immer wieder doch für eine andere entschieden, obwohl ich ständig bei den Songs und der Band lande. 

Ich mein, alleine schon das Artwork. Eigentlich wartet man jeden Moment darauf, dass sich Arnuld höchstpersönlich aus dem Bild quetscht um einem die Klamotten zu klauen und genau so gestaltet sich der Sound. TV Colours ist ein Soloprojekt und auf Facebook wurde schon im letzten Jahr versprochen, dass bald neues Zeug zu erwarten ist. Aber, um auch einem modernen Klassiker Tribut zu zollen, zerschreib ich die Band halt auch mal. 

Dieses Album vereint so ziemlich fast Alles, was scheiß cool ist. Zwar wird man immer wieder an kalifornischen Garage erinnert, aber das Alles durchsetzt von einem sehr düsteren, melancholischen Grundton, eben tatsächlich, als würde jeden Moment gleich was unglaublich Krasses passieren, die Action deines Lebens! "I soon found out my lonely life wasn`t so pretty" gibt die Richtung vor, auch wenn die Platte beim besten Willen nicht allzu traurig wirkt, sondern eher manisch-depressiv. Auch hier geht es wieder wie so oft bei guter Musik um Fluchten und genau das ist das, was die Band so abhebt von anderen Projekten der Art, dass nicht nur das gute, alte Ich-bin-der-krasseste-Punk-mit-dem-fertigsten-Sound-Ding durchgezogen wird, sondern, dass es eine fast schon intime Platte wurde, was vielleicht auch nahe liegt, wenn man die Songs komplett alleine einspielt und man keine Kompromisse eingehen muss. 

Man hört, dass der Sound gerne ganz viel auf einmal wäre, aber das wirkt nicht, als wäre es irgendwie unmethodisch schwankend, sondern eher wie ein Buch oder ein guter Film, bei dem auch nicht nur die eine Emotion bedient wird und spätestens gegen Ende der Platte lässt er dann doch die Katze aus dem Sack, dass er halt wirklich ein Meister der schönsten Melodien ist, sei es nun auf dem Synthesizer oder auf der Gitarre. Macht sich gerade sehr gut in meinem Kopf drin. Bandcamp     

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