Mittwoch, 23. Januar 2019

Hell Of A Scene - Digital Leather Special


Shawn Foree hat das Schießeisen wieder aus dem Schrank geholt, veröffentlichte vor zehn Tagen über Stencil Trash seinen neuesten
Longplayer "Feeet". Da gilt es schnell zu sein, denn die Platte ist 
auf gerade mal 333 Kopien beschränkt, wenn nicht sogar schon 
wieder ausverkauft. Dass die Wahl Forees auf eines der liebevoll-
sten Label fiel, das hierzulande wohl zu finden ist, ist der schiere
Hammer. Grund genug, nochmal die Geschichte hinter einem Projekt aufzudröseln, das mittlerweile (mit der letzten Platte) Todd Fink von The Faint mit ins Boot geholt hat. Keine Sorge, ich versuch euch nicht mit Zeug zu langweilen, das ich irgendwo abgeschrieben hab oder schon mal zum Besten gab...

Das erste Lebenszeichen dieser Band stammt von 2003. Bisher dachte ich die Platte, die rosa aus dem Bild schimmert wäre seine erste gewesen, aber Pustekuchen, ein Jahr vorher gab es schon 
eine Veröffentlichung auf einem obskuren Label mit dem Namen
"Discos Cagados", das sozusagen ein Hauslabel Forees und Rousseaus ist, der mit Destruction Unit auch diese Single darauf veröffentlichte. 

 
Jetzt wiederhole ich mich doch, aber das war zu 
einer Zeit, als "die Szene" noch nicht so gut vernetzt war und nicht
alles für jeden durch das Internet einfach erreichbar war. Man musste sich noch die Schuhe anziehen, aus dem Schlafanzug steigen und in den Plattenladen oder auf Konzerte aufmachen, um an dem ganzen Zeug teilhaben zu können. 

Entsprechend puristischer und engstirniger ging es zu. Zu dieser Zeit waren Punk n Roll, 60s Garage und klassischer Hardcore in Mode (zumindest hier), wenn ich das so noch richtig beurteilen kann und selbst wir hätten uns noch dermaßen schwer getan mit einer so unüblichen Form von Punk, die plötzlich alle Konventionen brach und Synthesizer mit in den Topf warfen, dessen Inhalt aus den unterschiedlichsten Zutaten bestand, einen klaren Garagepunk-Background hatte, aber heftiger zutrat als so manche Hardcore-Band.


Ob es Digital Leather, die Lost Sounds, Black Sunday oder Destruction Unit waren - Es war einfach ein dermaßener Tritt in die Magengrube derjenigen, die alles viel zu eng nahmen und sich nicht neuen Spielarten öffnen wollten.

Shawn Foree ist sozusagen der ewige Jugendliche, zumindest, wenn man seinen Texten folgt. Völlige innere Zerrissenheit, das
eingebettet in entsprechend manisch-depressives Songwriting, das man auch den Projekten Rousseaus unterstellten könnte, ist defintiv
über die Jahre zu seinem Markenzeichen geworden und genau dadurch gelingt es ihm immer noch so herrvorrgagend Hymnen für die Kaputten zu schreiben

 
Jetzt, 16 Jahre später nimmt sich Stencil Trash einer Compilation an, die aus größtenteils unveröffentlichtem Material besteht und 
dürfte die Herzen all derjenigen höher schlagen lassen, die nicht 
nur die Szene hinter ihm zu schätzen wissen, sondern auch sein
Schaffen, das immer noch als Paradebeispiel für all die Kids herhalten kann, die all den Mist, der auf sie einströmt in Punksongs packen wollen, die mal bitter-süß sind, mal bitter-böse und immer noch von einer rotznäßigen Kaputtheit durchzogen sind,
die ihresgleichen sucht. Hier sollte man sich die Platte dringlichst besorgen und da kann man schonmal in ein paar Songs reinhören. Absolutes Must-Have!!! 
 
  

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