Mittwoch, 2. Januar 2019

Classics never go out of style #2 (Früher war alles böser)


DC Snipers - Missile Sunset Lp (Dead Beat Records)

Noch vor den Sedatives, die wir alle zelebrierten, als hätte uns jemand den heiligen Gral vor die Füße geschmissen, waren da die DC Snipers, welche dieses Album 2006 über Dead Beat veröffentlichten. Verdammt, genaugenommen ist das wirklich eine Zeit, die man sich doch immer wieder mal von Augen führen sollte. Da gab es noch Myspace, man informierte sich über Grunnenrocks. Selbst Discogs war noch weitgehend unbekannt, zumindest für mich und ja, man musste sich noch auf Fanzines, die Kataloge oder Newsletter der Mail-Order verlassen, was ja schonmal ein enormer Sprung richtung Zukunft war und heute wirkt das Dorf kleiner denn je, was aber nicht ängstlich oder gar paranoid betrachtet werden sollte. Die DC Snipers verbanden flottesten, melodiösen GaragePunk mit klassischen Orgelsounds, was leider erst wirklich bei den Sedatives gezündet hat, obwohl sich die Bands manchmal erschreckend ähnlich sind. 
Auch kann man den Einfluss der frühen Rip Off Records - Schule nicht wegleugnen, was nicht verwundert, da Mike auch bei Live Fast Die spielte, die zwar nie einen Release auf diesem Label hatten aber das ist egal, weisch? Später spielte er bei den wahnsinnigen Blank Dogs und gründete das Label Captured Tracks. Klingt immer noch so frisch wie vor 13 Jahren!!

     

The Phoenix Foundation - These Days Lp (Newest Indüstry / Combat Rock)

Veröffentlichten erst vor einem Jahr ihre 7. Lp über Boss Tunage, Waterslide und Bestseller Records. These Days war ihr erster Longplayer, der mittlerweile über Combat Rock (Wasted, I Walk The Line, Atom Notes, ...) einen Reissue erfuhr und das völlig zurecht. Selten ist mir eine so melancholisch-emotionale und trotzdem so übertrieben schnelle Punkrock-Band untergekommen, die sich eigentlich fern aller enggefasstesten Referenzen bewegt. Für die einen mag das Melodic-Punk (was für ein Begriff!) sein, für die anderen bereits Emo-Core. Whatever, ich bin der festen Überzeugung, die leute hatten nicht unbedingt ein fertiges Genre im Hinterkopf, dem sie entsprechen wollten, sondern schufen genau das, was sie wollten: Fett gespielten, emotionalen Punkrock, der selbst heutzutage noch seinesgleichen sucht, gerade weil es hier aus allen Ecken knarzt und kracht und die Lp nicht völlig überproduziert wurde, aber trotzdem irre geil klingt. Eine CD, die ich nie wieder ausleihen werde! Aber auch dafür gibt's ja zum Glück Bandcamp.  


Ice-T - Return Of The Real Lp

Könnte Heranwachsende vielleicht jetzt überfordern. Das war ungelogen die zweite CD, die ich von meinem "eigenen" Geld kaufte und stolz wie Bolle war ich, im Regal eines Supermarktes etwas gefunden zu haben, das meine Baggy-Pants und den Bad Mad - Pulli rechtfertigte. Letztlich war Ice-T schuld daran, dass ich lange mit langen Haaren umherlief. Und weil ich auch sonst ein knallharter Gangster war, wartete ich oft scheinbar brav im Auto, während meine Mutter ihre Einkäufe erledigte, um, sobald sich die Supermarkttür hinter ihr schloss, dann die volle Lärmattacke zu starten. Sozusagen ein musikalisches DriveByShooting und niemand wurde verschont. Ha, selbst jetzt bekomm ich noch Gänsehaut dabei. Nach wie vor ein gerne praktiziertes Hobby von Vielen. Ja, schon vor x-Jahren fand der Krieg gegen grottige Beats auf der Straße statt und Ice-T hat sie wirklich alle weg-äh-gefegt.

 

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