Donnerstag, 10. Januar 2019

Classics never go out (of style) #4


Teenage Cool Kids - Foreign Lands Lp (Narshardaa Records)

Diese Platte ist meine Geheimwaffe. Immer wenn es mir scheiße geht, muss sie mindestens einmal auf den Plattenteller. Gerade höre ich sie recht oft, auch wenn ich mich kaum auf sie konzentrieren kann und immerzu lausche, ob mein Plattenspieler vor sich hin-eiert. Wer Riemenplattenspieler erfunden hat, kann Musik nicht lieben, wenn man mich fragt.

Ja, ich weiß, ich hab schon ein Review über sie geschrieben, aber das ist mir so was von egal. Jetzt weiß ich nämlich schon viel viel mehr, z.B. dass ihre Mitglieder mittlerweile in Bands wie Parquet Courts und Future Punx spielen und dass die Platte von Jason Kelly (Wax Museums) produziert wurde. Ein weiterer interessanter Fakt, den das Internet für mich ausspuckte, ist, dass die Band mit "Queer Salutations" in einen Rechtsstreit mit einer Hip-Hop-Combo verwickelt wurde, die sich ein Anrecht auf den Namen behalten wollte. Hip Hop ist und bleibt halt ein knallhartes Business. 

Aber zurück: Diese Platte ist meiner Meinung nach die Essenz aus Indie-Rock, der sich nicht schämen brauch, eben diesen Begriff für sich zu beanspruchen. So dermaßen unbeschwert und schön wurde das Genre selten beackert und die ganze Effektfülle sucht immer noch seinesgleichen und fast ist die Platte wie ein gutes Buch, in dem es auch immer wieder neue Dinge zu entdecken gibt. 

Ein Album, das sich in seiner ganzen Fülle so abartig luftig anfühlt, als würde man jeden Moment abheben. Mhm, das war vielleicht etwas pathetisch, aber du weiß bestimmt, was ich damit meine?! Wirklich ein kleines Meisterwerk, das nicht vergessen werden sollte. 

    

Not Moving - Land Of Nothing Ep (Area Pirata Records)

Nach wie vor eine meiner Lieblingsplatten. Laut dem Label, dass für den Release verantwortlich ist, wurden die Songs bereits 1984 aufgenommen, aber bis 2003 nie veröffentlicht. Und ich geb ihrem Label-Menschen auch Recht, wenn er sie an der Schnittstelle zwischen frühem kalifornischen Punk, Gun Club und (trommelwirbel) Deathrock bezeichnet. Schon alleine das erste Stück fetzt mich immer noch so abartig weg. Generell die Mischung aus sehr bluesigem Sound und Friedhofs-Romantik macht diese Platte so wahnsinnig geil und wirklich, sie klingt immer noch so frisch wie vor 34 Jahren. Bandcamp 


The Slickee Boys - Here To Stay (Compilation / Line Records)

Da ist er doch, dieser ominöse 77Punk, der für so viele als Referenz herhalten muss. Während dem Vietnam-Krieg wurden vietnamesische Straßenhändler von den GIs als "Slickee Boys" betituliert. Mehr Punk ist also nicht möglich als in einem solchen Namen. 

Die Verspieltheit mit der sie ihr Songwriting betrieben erinnert schon ein wenig an The Damned und auf dieser Compilation sind so viele Hits vertreten, die immer zünden, vor Allem natürlich "Here To Stay" und "Gotta Tell Me Why". Unter anderen hatten sie Releases auf dem legendären Label Twin Tone, das wohl auch als Namenspate für Twin Toe herhielt. Ja, äh, tolle Musik ist das, immer noch und immer wieder.

      

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