Donnerstag, 31. Januar 2019

Depression Breakfast - Demo Ep (self released)

Demo einer Band aus Nashville, die jetzt schon ganz schön was 
hermacht. Alleine der Name hat mich schon lachen lassen und 
auch textlich beweg ich mich völlig in ihrer Welt. Die Songs sind 
durch die Bank schön schrammelig-garagig gehalten und erinnern
dadurch natürlich schon auch wieder an eine moderne Variante der 
Petticoats oder (täterä) an die guten alten Neo Boys. Gefällt extrem gut und ich hoffe, das es bald mehr zu hören gibt von den Leuten. Bandcamp

Buzz Kull - New Kind Of Cross Lp (Avant!, Funeral Party, Burning Rose)

Gleich drei Label, quer über den Planeten verstreut, haben sich diesem Release angenommen und es wird beim Hören ziemlich 
bald klar, warum. 

Schon beim zweiten Stück hat er mich buchstäblich eiskalt erwischt, lässt mein kleines Cold-Wave-Herzchen sofort etwas höher schlagen, um mich beim dritten dann etwas herauszufordern mit eher dark-wavigen Elementen, aber da gilt es wohl einfach die Berührungsängste abzuschütteln. Die Geduld zahlt sich aus,
denn schon beim vierten Stück wird das Ganze wieder in eine 
Bahn gebracht, die mir unheimlich gut gefällt. 

Was die Platte so erfrischend macht, ist, dass sie eben die gängigen
Klischees, die dem Genre anhaften, gekonnt umschifft, aber die 
Türchen für Alle offen lässt, die düsteren Synthesizer-Klängen etwas abgewinnen können. Gefällt! Bandcamp 

Angeben mit Schallplatten


Mittwoch, 30. Januar 2019

AK/DK - Patterns/Harmonics Lp (Little Miss Echo Recordings)

Alter, wie geil!! Das ist wirklich ein ganz heißer Anwärter auf das 
Abgefahrenste, das ich seit Langem gehört habe. So ganz scheint 
sich die Band noch nicht geeinigt zu haben, was sie denn sein will,
bzw. ist und gerade dieses praktizierte Chaos gefällt mir unheimlich
gut. 

Zwei Typen, Synthesizer, Schlagzeug, und andere esoterische Gerätschaften, was brauch es mehr um so was so kreieren?
Gleichzeitig ist es defintiv mit das Nerdigste, aber das könnte so völlig beabsichtigt sein und ist ausschließlich positiv gemeint. Ob die geistige Nähe zu den Snapped Ankles zufällig ist, kann hier jedoch noch nicht bestätigt werden.

Alleine der Opener ist so ein dermaßen geiles, zappeliges Stück Wave geworden, das ein wenig an Maserati erinnert und mich kaum mehr ruhig auf dem Stuhl hält. Auch in den nächsten Stücken werden so abgefahrene Haken geschlagen, dass eigentlich nie wirklich Langeweile beim Hören aufkommen möchte.  Bandcamp

Tropical Skin Byrds - s/t Ep (Wharf Cat)

Wharf Cat hat all die Süßigkeiten. Auch diese Band kann mich wieder mal voll und ganz überzeugen. Schweres Riffing trifft 
auf verhallte, gespenstische Lyrics. Sperriger Sound, der an allen
Ecken und Enden ausfranst und meinen Nachbarn auf voller Lautstärke sicherlich gefallen würde. Die Samples, die beim letzten Stück eingebaut wurden, tun ihr Übriges, um mich völlig aus meinem Kopf zu pusten. 

Ich kann mich noch nicht so genau entscheiden, wie ich das nennen
möchte. Irgendwie zwischen Sludge, No Wave und HardcorePunk
völlig entgleist aber das auf eine sehr gute Art und Weiße... Bandcamp

Original Real Punk

Video der Woche

I hate myself - I hate myself

Da ist meine Band. Genau solches Zeug würde ich jetzt machen,
wenn ich Instrumente spielen könnte, genau dieses Artwork würde 
ich malen. Kein Plan, was in den Lyrics so vor sich geht, aber die Grundstimmung könnte mir kaum besser reinlaufen und alleine, wie schön das aus allen Ecken und Enden scheppert und kratzt. Für Fans von Black Panties und seinem EinMannNihilismus unbedingt empfehlenswert. Mehr davon! Bandcamp   

Tongue Party - Looking For A Painful Death Lp (Learning Curve Records)

Ja, so was hab ich gesucht. Ich meine, es gibt so viele Bands, die sich an Noise-Irgendwas versuchen, aber am Meisten kicken halt
immer noch diejenigen, bei denen hinter dem Noise das Wörtchen
Punk zu finden ist und in diesem Fall hat er trotz dem gnadenlosen
Geschwindigkeits-Rausch immer noch eine psychedelische Kante.

Hat zwar jetzt mit der Band direkt nichts zu tun, aber doch erinnert mich das an einen durchzechten Abend, als wir morgens stinkebesoffen um eine Karre rumstanden, Musik hörten und sich mir die Songs von Zeke zum ersten Mal gänzlich erschlossen haben. Gerade geht es mir ähnlich mit denen von Tongue Party. Alleine das Schlagzeugspiel, das einfach so fett klingt wie es klingen muss. Auch die Gitarren haben genau die richtige Schaufel Dreck gefressen und man merkt, dass die Songs kaum schnell genug runtergerotzt werden können.

Aber nicht, dass das irgendwie unausgegoren und einfach um des 
Krachs Willen passiert, nein, man merkt einfach, dass der Fokus 
der Band trotz Allem Können darauf liegt, ultra-tight und brachialst
schwer zu spielen, was ihnen ausgesprochen gut gelingt. Verdammt fetter Brocken an NoisePunk, der so wohl kaum noch besser gespielt werden könnte. Bandcamp

Dienstag, 29. Januar 2019

Mondos - Zero (self released)

Ziemlich spannende Demo einer Band aus London, die einen recht
ungewohnten Sound aus der Mottenkiste packt und man muss wohl
tief in den SST und Dischord-Katalogen wühlen, um passende Vergleiche finden zu können. Defintiv hardcore-affiner PostPunk, wie er in den 90ern gerne gespielt wurde und wie er heute leider allzu selten geworden ist. Tief wühlendes Bass- und Schlagzeugspiel und rudimentärst herausbrechende, klirrende Gitarrensounds sind das Markenzeichen aller Songs und gerade die verhaltene, implosive Agressivität gefällt mir doch sehr gut. Bandcamp   

Ruff days at the office


Hot Off The Press


Auf folgende Releases darf man sich schon jetzt freuen:

Diät - Positive Desintegration (22.02. via Iron Lung)

Fata Morgana - Terra Alta (20.02. via LVEUM)

The Cowboys - The Bottom Of A Rotten Flower (14.02. via Feel it Records)

Shana Cleveland (La Luz) - Night Of The Worm Moon (05.04. via Hardly Art

Montag, 28. Januar 2019

Sojii - s/t (self released)

Ich meine, alleine der Umstand, dass Steve Albini an einen Mix Hand anlegt ist eigentlich schon Gütesiegel genug und man kann
sicher sein, dass man es mit einer Band zu tun hat, die im Noiserock-Pantheon noch für Einiges an Aufsehen sorgen wird.

Sehr schummrig und streckenweiße äußerst psychotisch sind die 
Stücke geraten, wenn auch das Instrumentarium schon mal auf 
abgehackte, dumpf und schwer vor sich hinwalzende Töne setzt.
Darüber eine Stimme, die sich fast schon lethargisch und sehr gekonnt in das Ganze fügt. Live sicherlich auch ein Erlebnis! Youtube Bandcamp

Wave`s best served cold

Die schönsten Albencover

Fail Sons - Demo
Mr. Cool - Mr. Cool
Weird Party - Hussy
Eef Barzeley - We leave only ashes
Asylum Street Spankers - Mommy says no
Chet Martel - Hans

Classics never go out of style #8 (hello crazy)



Video der Woche

Isotope Soap - Fragile Dream (Neck Chop Ep Teaser)

Frontalhirnlädierter Synth-Punk aus Schweden, der sich zwischen den Polen Screamers und Nervous Gender bewegt. Diese 2 Songs bieten einen kleinen Einblick was einen Ende des Jahres nach 3 mindestens so abgefuckten Eps auf Neck Chop erwarten wird. Bandcamp  

Slipping into Darkness - Shurpedelic Lp (self released?)

Oha, das ist nicht nur ein heißer Anwärter für das das schönste Albumcover, sondern auch eine wirkliche Aufrischung eines Soundes, den ich so gut seit der Entdeckung von Psychic Bloom nicht mehr gehört habe. Schön lässiger, 60s infizierter Garagerock,
der ähnlich frisch leider selten genug aufgearbeitet wird. Wenn es
darum geht, hierzulande an eine ähnliche Band verwießen zu werden, fallen mir da nur die Sick Hyeanas ein, deren Lp mir auch 
von mal zu mal besser gefällt. 

Die Zutaten hier sind ganz klassisch aber umso wirksamer und ja, natürlich kommen da einem auch die Black Lips in den Sinn. Die Band ist wohl immer noch am Zusammenspielen. Bisher konnte ich leider keine neuen Releases finden, aber der hier ist schon eine kleine Wucht. Gefällt sehr gut. Bandcamp 

Samstag, 26. Januar 2019

Could my doppelganger please go to work for me so i can buy more records?


Song der Stunde


Aberrant Adherants - Unbedingte Empfehlung

Ein verrückter Blog, der sich ultra-obskurem PostPunk-Zeug aus den 80ern annimmt und das auch noch zum Download. Totale Reizüberflutung im Supermarkt! 
Aberrant Adherents

z.B. das hier:

Dead End - EP 1 & 2 (Roolette Records)

Oh, das ist abgefahren! Ich such nun schon seit zehn Minuten nach 
mehr Infos, lande aber immer wieder bei irgendwelchen wirklich seltsamen Bands und/oder Lebens-/Todesratgebern. Dabei will ich doch nur sagen, dass die Band wirklich eine Entdeckung ist. Da dieser Release, der mit EP 2&3 eine Forsetzung erfuhr, auf einem australischen Label herauskam, geh ich mal schwer davon aus, dass die Band auch von dort kommt.

Auch macht sie es einem nicht gerade einfach, wenn es darum geht, sie einzuordnen. Es kommen einem schon auch mal die Wipers in
den Sinn, auch schmecken einige Stücke doch sehr grungig, obwohl ich damit nicht erreichen will, dass du jetzt schon aussteigst. Genaugenommen ist das PostPunk und alleine schon das Stakkato-Schlagzeugspiel (ich nenn das jetzt mal so) sorgt dafür,
dass dieser Kontext auch beibehalten wird. Was die Gitarren darüber kreieren, könnte ausgeklügelter kaum sein und schwupps sind die Stücke auch schon durchgehört und man möchte unbedingt mehr von einer solchen Band hören! Bandcamp   

Freitag, 25. Januar 2019

Urgent Matter - Urgent Matter Ep

Ach du grüne Neune... Auf so was hab ich gewartet, wirklich! Normalerweiße ist es mir so schnurz, woher eine Band kommt,
aber die kommen nicht aus Australien, nicht aus den USA, nicht 
aus Kanada, sondern aus Singapur. Und nicht nur das, der Tonträger hat erst gestern das Licht der Welt erblickt. KBD-Punk wie er arschtretender kaum sein könnte. Alleine schon die Stimme, das erste Stück... Die teilen sich das Label mit Idiota Civilizzato und einer Menge anderer toller Bands. Fetzt! Bandcamp

M.P.S


Frustrations - Transmission From The Ether Lp (X! Records)

Erkennt man sofort, von wem das Artwork stammt. In schwarz/weiß gefallen mir seine Sachen fast noch besser. Aber das ist nur die Verpackung. Auch der Inhalt macht einiges her und ich muss gestehen, zum ersten Mal gefallen sie mir richtig gut, bzw. habe ich das Gefühl, dass sie das, was immer angedacht war, jetzt in Reinform betreiben. 

Nach Singles auf Labels wie z.B. Stasi sind sie bei X! gelandet und es scheint ihnen bis heute da gefallen zu haben. Diese Lp ist ihr bisher letztes Lebenszeichen und beinhaltet Aufnahmen, die bereits 3 Jahre zuvor aufgenommen wurden. Noch noisiger, noch schwerer sind sie geraten und es steht ihnen ausgesprochen gut zu Gesicht, auch wenn sie ihre Garagepunk-Wurzeln nicht aus den Augen verlieren. Das ist genau der Stoff, den man brauch, um sich eine dicke Sportzigarette anzuzünden. Beamt mich ja schon nüchtern völlig weg, aber ist ja auch nicht verwunderlich, wenn die Leute auch sonst bei Bands wie Human Eye spielen, die sich einem nicht unähnlich spacigen Sound annehmen. Besser denn je! Bandcamp 

Donnerstag, 24. Januar 2019

Video der Woche

Nerve Beats - S/T Lp (Fine Concepts)

So, das ist sie doch, die Nerve Beats Lp, die sozusagen eine Compilation aus Songs ist, die sie irgendwie schon anderswo veröffentlicht haben. Die Band wohnt zur einen Hälfte wohl 
in Hawaii und zur anderen in Portland und dieser Tonträger hat 
12" im Durchmesser. 

Also, wer seine Postpunk schön garagig hat und wer seinen Garagepunk schön dissonant hat, darf da ungeniert zugreifen. Ähnlich wie bei Tyvek kommt der Sound sehr spröde daher, fast schon nölig, was mir aber auch schon bei ersteren immens gut gefällt. Eine Weile brauch man, um sich einem solchen Universum öffnen zu können, aber dann laufen die Songs wie Honig ins Ohr und nicht schwierig ist es, sich vorzustellen, dass das live immens Druck aufzubauen weiß, was nicht zuletzt dem massiven Schlagzeugspiel geschuldet ist. Geheimtip! Youtube Bandcamp 

Song der Stunde

Lexie - Record Time! (Skeleton Realm)

Nenn es Twee Pop wenn du musst, aber das ist völlig egal, denn das ist mit Abstand das Süßeste, das ich seit Langem gehört habe. Was für ein Songwriting. Das ist wirklich Musik von einem anderen Stern und es ist wohl eine verdammt enge und fast schon intime Freundschaft von Nöten, um so etwas Wunderschönes zu schaffen, das wirklich schmerzhaft in seiner Tiefgängigkeit ist, aber ich will nicht allzu sehr übertreiben. 

Trotzdem, jeder einzelne Song ist ein Kleinod, ein bunt-glänzendes Fundstück, das in seiner filigranen, zerbrechlichen Schönheit schon etwas genauer angehört sein will. Nicht, dass es gerade nicht eine 
Menge Bands geben würde, die sich an einem solchen Sound versuchen, aber selten hatte ich das Gefühl, dass sich eine Band so 
richtig anfühlt wie diese und dass der Release auf CD erschien,
finde ich auch irgendwie passend, denn es ist ein Sound, der aus 
einer anderen Zeit in unsere Gefilde gemorst wird. Ich fühle mich dadurch in die Tage zurückteleportiert, in denen ich noch Stunden damit zubrachte an der Musik-Theke einer Drogerie eine CD nach der anderen zu hören. Bandcamp    

Snapped Ankles - Violations Ep (Leaf)

Warum hat mir noch nie jemand von dieser fantastischen Band erzählt? Ungelogen, meine Synapsen tanzen gerade Rumba dazu.
Auf Bandcamp steht, dass die Songs Coverversionen sind. Das werde ich gleich rausfinden, damit ihr das nicht machen müsst. Ach egal, macht das selber... 

Auf dieser Ep bleiben sie dem Stil treu, den sie auch schon auf ihrer Debut Lp zum Besten gaben. Irgendwo im Spinnennetz aus No-Wave Experimenten, krautigen Songstrukturen, die fast schon discogtauglich sind, bzw. sie sind es, da ich gerne im Stehen schreiben würde, weil es mich kaum mehr ruhig auf dem Stuhl hält, spielen die Snapped Ankles futuristischen PostPunk, der in einer völiig eigenen Liga spielt. Wer sagt, dass man zu Architektur nicht tanzen kann, lügt!  Dieses Gebäude gefällt mir ausgesprochen gut!

Die Band selbst nennt das augenzwinkernd "AGRROcultural PUNKTRONICA" und auch damit lügen sie nicht und wenn man 
denn mal wieder irgendeine Stütze brauch, um das irgendwie für
sich vereinnahmen zu können, kann man schon mal an die Band mit den lustigen Hüten verwießen werden. Nein, die andere Band...
Das ist so abartig verrückt und so irre eingänglich. 

Mir fehlen jetzt gerade ein bißchen die Vergleiche, aber stell dir doch wirklich eine Mischung aus den tanzbarsten Stücken von 
Total Control`s "Henge Beat" und ja, tatsächlich Devo vor, 
dann kommst du nahe dran, was die machen. Minimal Wave hat da genauso seine Spuren hinterlassen wie früher PostPunk. Wenn du angefixt wurdest, dann check unbedingt auch ihren letzten Longplayer "Come Play The Trees" aus und freu dich mit mir auf den März, denn da erscheint ihre zweite Lp... Abgefahren geiles Zeug! Youtube  Bandcamp 

Mittwoch, 23. Januar 2019

Ausgehtipp(t)


Video der Woche

Hell Of A Scene - Digital Leather Special


Shawn Foree hat das Schießeisen wieder aus dem Schrank geholt, veröffentlichte vor zehn Tagen über Stencil Trash seinen neuesten
Longplayer "Feeet". Da gilt es schnell zu sein, denn die Platte ist 
auf gerade mal 333 Kopien beschränkt, wenn nicht sogar schon 
wieder ausverkauft. Dass die Wahl Forees auf eines der liebevoll-
sten Label fiel, das hierzulande wohl zu finden ist, ist der schiere
Hammer. Grund genug, nochmal die Geschichte hinter einem Projekt aufzudröseln, das mittlerweile (mit der letzten Platte) Todd Fink von The Faint mit ins Boot geholt hat. Keine Sorge, ich versuch euch nicht mit Zeug zu langweilen, das ich irgendwo abgeschrieben hab oder schon mal zum Besten gab...

Das erste Lebenszeichen dieser Band stammt von 2003. Bisher dachte ich die Platte, die rosa aus dem Bild schimmert wäre seine erste gewesen, aber Pustekuchen, ein Jahr vorher gab es schon 
eine Veröffentlichung auf einem obskuren Label mit dem Namen
"Discos Cagados", das sozusagen ein Hauslabel Forees und Rousseaus ist, der mit Destruction Unit auch diese Single darauf veröffentlichte. 

 
Jetzt wiederhole ich mich doch, aber das war zu 
einer Zeit, als "die Szene" noch nicht so gut vernetzt war und nicht
alles für jeden durch das Internet einfach erreichbar war. Man musste sich noch die Schuhe anziehen, aus dem Schlafanzug steigen und in den Plattenladen oder auf Konzerte aufmachen, um an dem ganzen Zeug teilhaben zu können. 

Entsprechend puristischer und engstirniger ging es zu. Zu dieser Zeit waren Punk n Roll, 60s Garage und klassischer Hardcore in Mode (zumindest hier), wenn ich das so noch richtig beurteilen kann und selbst wir hätten uns noch dermaßen schwer getan mit einer so unüblichen Form von Punk, die plötzlich alle Konventionen brach und Synthesizer mit in den Topf warfen, dessen Inhalt aus den unterschiedlichsten Zutaten bestand, einen klaren Garagepunk-Background hatte, aber heftiger zutrat als so manche Hardcore-Band.


Ob es Digital Leather, die Lost Sounds, Black Sunday oder Destruction Unit waren - Es war einfach ein dermaßener Tritt in die Magengrube derjenigen, die alles viel zu eng nahmen und sich nicht neuen Spielarten öffnen wollten.

Shawn Foree ist sozusagen der ewige Jugendliche, zumindest, wenn man seinen Texten folgt. Völlige innere Zerrissenheit, das
eingebettet in entsprechend manisch-depressives Songwriting, das man auch den Projekten Rousseaus unterstellten könnte, ist defintiv
über die Jahre zu seinem Markenzeichen geworden und genau dadurch gelingt es ihm immer noch so herrvorrgagend Hymnen für die Kaputten zu schreiben

 
Jetzt, 16 Jahre später nimmt sich Stencil Trash einer Compilation an, die aus größtenteils unveröffentlichtem Material besteht und 
dürfte die Herzen all derjenigen höher schlagen lassen, die nicht 
nur die Szene hinter ihm zu schätzen wissen, sondern auch sein
Schaffen, das immer noch als Paradebeispiel für all die Kids herhalten kann, die all den Mist, der auf sie einströmt in Punksongs packen wollen, die mal bitter-süß sind, mal bitter-böse und immer noch von einer rotznäßigen Kaputtheit durchzogen sind,
die ihresgleichen sucht. Hier sollte man sich die Platte dringlichst besorgen und da kann man schonmal in ein paar Songs reinhören. Absolutes Must-Have!!! 
 
  

Conditioner - Suggested Use (kennel jitters recordings)

Unten bei den Tags stand "Dance-Punk", was mir schon den zweiten Lacher heute beschert hat. Ich will mich nicht in Kategorisierungen verlieren und ich musste auch dabei schmunzeln, als ich mir vorstellte wie belämmert die Leute hier 
bei einem solchen Konzert rumstehen würden. Die kommen aus Portland, was der Sound auch schon vermuten lassen könnte.

Klar, fällt da einem das sofort das Aushänge-Schild der dortigen Szene ein, namentlich die Lithics, aber Conditioner sind weniger 
geradlinig, noch sperriger im Sound und einen Tacken weiter 
gen No Wave orientiert und mit Gesang ausgestattet, der auch einen
sachten Garage-Einfluss vermuten lässt. Irre gut! Bandcamp

Montag, 21. Januar 2019

Classics never go out of style #7 (was ist das in Prozent?)



The Intelligence - Icky Baby (In the Red)

Diese Band kann wohl nur jemand schätzen, der auch schonmal die letzten zwei Songs von ihrem Set live gesehen hat. Ich ärger mich immer noch blöde, wirklich. Die sind so abgefahren gut und keine Sau interessierts. Dieses Album ist ihr zweites von neun und ellenlang ist die Liste an Leuten die schon bei dieser Band gespielt haben und auch hier könnte man wieder eine Doktorarbeit über ihr ganzes Schaffen schreiben. Nicht nur produzieren sie die abkrassesten Songs, die sich erst live ganz entfalten, auch ihre Videos sind einfach unbeschreiblich. Das ist meine persönliche Hymne:




The Coathangers - Scramble (Suicide Squeeze)

Schon erstaunlich, oder? Dieses Album erschien 2009 und plötzlich gefällt´s dir doch. Manche Leute brauchen einfach ein paar Jahre länger... Mittlerweile dürften alle sie kennen. Also wirklich, wenn eine Band selbst bis zu den Bierschinken-Rezensenten durchdringt, muss das ja schon was heißen. 
Die Band ist nach wie vor eine meiner Liebsten und ich würde mir mindestens einen Finger abschnippeln, um die Band endlich mal live sehen zu dürfen, am Besten hier in meinem Keller und keiner ist eingeladen! Beste Band, mehr denn je!

 

Masshysterie -s/t (Ny Våg)

Eins der coolsten Konzerte, auf denen ich jemals war. Beim Discogs-Eintrag dürfte dir wohl spätestens die Kinnlade ein paar Stockwerke nach unten klappen. Aber das ist eigentlich egal. Die Leute könnten kaum einen entspannteren Eindruck machen, wenn ich das so im Nachhinein noch richtig interpretiere. Nur doof, dass ich damals noch Berührungsängste mit Plattenspielern hatte. Aber meine CD-Sammlung wird irgendwann sicherlich mal Tausende wert sein - ganz bestimmt. Ein Album, das einfach immer geht und wenn man es mal auswendig kann, kann man versuchen mit irgendwelchem Quatschdeutsch die Songs neu zu interpretieren. 

Medication Time


Press Club - Late Teens Lp (self released)

Verdammt, wie gut bitteschön ist diese Band? Wirklich, nachdem man all die Stücke durchgehört hat, brauch man erstmal wieder zwei Wochen lang absoluten Shit-Fi von irgendwelchen hängengebliebenen rotznäßigen Teenagern, um die Fülle an ungewohnter Tiefe wieder aus dem Kopf zu spülen. Klingt nicht wie ein Kompliment, soll aber eines sein. Wäre ich Fat Mike würde ich mir meinen kleinen Finger abnehmen lassen, um diese Band auf meinem Label rausbringen zu DÜRFEN. 

Nicht nur, dass hier gruselig gut die Instrumente bedient werden, eine allerallerbesteste Mischung aus Skatepunk und ich-wage-es-zu-behaupten Posthardcore zusammengespielt wird, auch verleiht 
die Stimme der Sängerin der Band den letzten Schliff und eröffnet 
ein ganzes Universum an fast schon schmerzhafter Emotionalität,
die selbst Steine erweichen sollte. Man bekommt wirklich Bock, sofort die Schuhe anzuziehen, einen Rucksack zu packen und sich auf die Suche nach dem Leben zu machen, das sich richtig anfühlt.

Selten bekam ich das Gefühl, dass eine Band so kurz davor ist, jeden Menschen, der sich nur im Ansatz für Punkrock begeistern kann, so dermaßen zu verzaubern, dass Tagesausflüge unternommen werden, um sie sehen zu können. Das ist sozusagen ein Vorschlag, denn die spielen im April zum Beispiel in München.
Abgefahrene Band, die den aufgesetzten Muff eines ganzen Genre 
locker abschüttelt und wieder in eine Bahn zu lenken versteht, die besser und authentischer kaum sein könnte. Bandcamp 

Sonntag, 20. Januar 2019

Video der Woche

Public Interest - Between (No Time)

Verdammt guter, futuristischer PostPunk. Warme Synthesizer-Sounds treffen auf minimale Instrumentierung, die schon auch mal an eine entschlackte Version von Total Control erinnert. Hinter der Maske und dem Projekt versteckt sich Chris von Marbled Eye, was der Sound alleine eigentlich schon vermuten lässt, bei einer solchen Sensibilität für super-ausgereiftes Songwriting, das selbst in den 80ern seiner Zeit voraus gewesen wäre und erst recht gerade jetzt. Großartig! Bandcamp     

Gonzo - S/T (Anti Fade)

Kann ja schon mal vorkommen, dass einem ein Release auf Anti Fade durch die Lappen geht und ja tatsächlich, nicht alles was die 
Leute veröffentlichen ist auf Bandcamp zu finden.

Dieses Tape ist fast schon zarte 2 Jahre alt. Wahrscheinlich würde man zu Fuß genau so lange brauchen, um von hier bis nach Geelong zu kommen, abgesehen von der unvermeidlichen Schifffahrt. 

Gonzo spielen gruselig guten Garagepunk und man 
merkt, wie arg Bock die Menschen hinter der Band darauf haben,
alles umzusetzen, was ihnen in den Kopf kommt. Ob es jetzt Surf-Einflüsse sind, oder wie in "Mucus" orientalische Ausflüge. Und ein Song heißt sogar wie mein Lieblingswort. Rate welcher!
Klar, haben sie mich dadurch sofort am Wickel. Frischer könnte ein Genre kaum aufgearbeitet sein, wirklich und es ist nicht schwer, sich auszumalen, wie fett das live klingen muss, aber wen wundert das noch, wenn die Aufnahmen von Billy Gardner und Mikey Young aufgenommen und abgemischt wurden. Gefällt massiv gut!
Bandcamp

Samstag, 19. Januar 2019

The Channels - Double Negative Lp (Drop Medium)

Gefällt mir gerade ziemlich gut, was da in New York City so abgeht in Sachen No Wave, Noise etc. The Channels teilen Mitglieder mit Guerilla Toss, spielen für (Post)No Wave - Verhältnisse fast schon eingängiges Zeug, das sich zwar gerne in Dekonstruierung ergeht, aber auch wunderbarst verschobene Rhythmen auffährt, wenn man das so noch nennen kann oder will. 

Ein bißchen stelle ich mir ein Konzert der Band wie eine große, alte Maschine vor, die beim Betrachten die Reize überflutet, deren Funktionen und Klangbilder sich erst nach einer Weile erschließen. Von Stück zu Stück fühlt man sich mehr gefordert von dieser Band. Ein wenig wie ein sich stetig erweiterndes Universum, das sich irgendwann selbst zerreißt und nur noch aus klanglichen Bruchstücken besteht. Genau dadurch gibt es wohl keine bessere Heranführung an "Noise-Basteleien" wie durch diese Band. 

Die Stücke sind Alles in Allem sehr sinister geraten, fühlen sich an, wie das Ende einer langen musikalischen Sozialisation, die sich gegen den Verlust der Eingängigkeit wehrt, sich aber immer wieder in der Dekonstruierung derselben zu verlieren droht. Genau so sieht es gerade in meinem Kopf aus. Bandcamp   

Ein Leben wie in Technicolor - Kurzgeschichte in zwei Teilen



I

„Kennst du dieses Gefühl der Nichtexistenz?“, fragte sie mich und blies sich eine fettige Strähne aus dem Gesicht, welche zurückpendelte und wie eine Spaghetti an ihrem Ausgangspunkt kleben blieb, „das Gefühl, dass vielleicht alles gar nicht real ist, weder der Sessel auf dem ich sitze, noch der Tisch zwischen uns?“

Freitag, 18. Januar 2019

Song der Stunde

Dead Arm - Clare & Jon (Parks Dept, Permanent Slump)

Nicht zu verwechseln mit den Dead Arms. Das hat jetzt schon ein wenig für Verwirrung gesorgt. Ich mag es, wenn ich Recht habe, weil das selten genug passiert. Aber in diesem Fall kamen mir beim Gitarrenspiel als erstes die Country Teasers in den Sinn und schwupps findet man The Rebel auf ihrer Facebook-Seite. Zufall?

Nein, glaube ich einfach mal nicht. Und ich finde schon, man kann 
sich defintiv positiv auf diese Band beziehen, wenn man empfänglich für Sarkasmus ist und mit diesem scheinen Dead Arm 
auch reichlich gesegnet zu sein und ja, spätestens bei "Be Mine" wird die Referenz so offenkundig. Die Songs verlaufen gerade sehr gut in der selben schummrigen Zähflüssigkeit wie meine übernächtigten Gedanken. 

Schon lange habe ich nicht mehr so etwas gehört, wirklich. Dass die Songs so nölig, aber sehr gekonnt vor sich hin-stampfen und das in Verbindung mit der mega Stimme der Sängerin und den 
Lyrics, die kein Blatt vor den Mund nehmen, macht diese Band so außergewöhnlich.Ich hoffe, das war nicht das letzte Lebenszeichen. Bandcamp 

Donnerstag, 17. Januar 2019

Classics never go out of style #5


Caves - Torn it down 7" (Specialist Subject Records)

Ich glaube kaum eine andere Band wurde von uns allen so gemocht - ohne Ausnahme, also über die Veranstaltungsgruppen hinweg. Ganz ehrlich, wer die Caves nicht mag, hat voll einen an der Klatsche! Und das ist wohl eins der süßesten Lieder, die je geschrieben wurden:



The Bombettes - Eyecandy 7" (Nyvag)

Ich glaube kaum eine Band wurde von uns allen so gemocht - ohne Ausnahme... Nein, Spaß beiseite, die Bombettes sind der schiere Hammer bis ans Ende aller Tage und das ist defintiv eine meiner Lieblingssingles, die ich niemals nie hergeben werde. Vielleicht lasse ich mich auch mit ihr begraben:




Bootblacks / Monozid - Split 7" (Major Label)

Auch an diesem Abend wurde ich aus dem Epplehaus verbannt wegen Volltrunkenheit und weil ich brudal genervt hab, worauf 
ich sicherlich nicht so arg stolz bin, aber immerhin hab ich eins
der schönsten Konzerte mitnehmen können, das wohl je dort stattfand. Bootblacks waren schlicht der Wahnsinn und erinnern nicht zufällig an Gun Club und Birthday Party, spielen mittlerweile jedoch einen anderen Stil. Auch Monozid gefallen nach wie vor, waren der Zeit irgendwie voraus... 

Video der Woche

Late - Demos (self released)

Irgendwie passt dieser Sound zu Austin. Late sind eine brandneue Band, über die ich eigentlich sonst nichts im Internet fand, aber was
die machen ist der schiere Hammer. Mikey Young hat nicht nur Hand an die Produktion angelegt, auch scheint Total Control nicht 
ganz spurlos am Sound der Band vorbei gegangen zu sein, aber das ist zu kurz gegriffen. 

Trotz der sehr krautigen Strukturen, die auch bei ersteren zu finden sind, lassen Late auch eine gehörige Portion klassischen PostPunk in sich zu, der aber weit über die üblichen Referenzen hinausreicht und sich nicht anbiedert. Die Soundteppiche, die von der Gitarre hier ausgebreitet werden, lassen schon auch einen Shoegaze-Background vermuten, aber auch das ist nicht des Pudels Kern.
Die Mischungsverhältnisse machen diese Band so außergewöhnlich und gut. Wenn das so weiter geht, besteht ja noch Hoffnung - zumindest in Austin. Bandcamp    

Mittwoch, 16. Januar 2019

Naja - EP (self released)

Ep einer jungen Band aus London, die mich im Gesang sehr an Ubik erinnert und schon im ersten Track einen irren Schwung hat, der in seiner unterschwelligen Gefährlichkeit eine Entsprechung auf dem Cover findet. Fetter Sound ,von dem ich so gerade nicht genug haben kann. Bandcamp 

The Coltranes - White Hag Lp (SPHC)

Klingen ein bißchen so, als hätte Greg Ginn heimlich von der LSD-Bowle genascht. Bisher bin ich noch nicht so wirklich auf die Band aufmerksam geworden, aber die Mischung aus den keifigen Exorzierten-Lyrics und dem sehr kompakten, ausgeklügelten Sound macht diese Band aus und selbst die Protometal-Ausflüge gehen sehr gut ins Ohr. 

Die Nerds unter euch kennen die wahrscheinlich längst, aber mir waren sie neu, obwohl sie schon seit 2009 am gniedeln sind, bzw. waren, da sie erst vor Kurzem ihren letzten Auftritt spielten. Krasses Zeug! Bandcamp

Oh nein, oh nein...


Das MAXIMUMROCKNROLL stellt den  Printbetrieb ein und beschränkt 
sich auf die digitale Präsenz.

Auf dem Foto meine Lieblingsausgabe, die seit wahrscheinlich mehr als 13 Jahren
auf den Toiletten meiner Buden liegt, weil ich immer wieder den Inhalt vergesse.

Auf ihr sind mittlerweile mehr Bakterien zu finden als in einer Mülltonne in der Notaufnahme.

Schade Marmelade!

The Drains - s/t (Drug Party)

Bei all dem Zeug, das ich mir heute angehört habe, bin ich wirklich froh, auf eine solche Band gestoßen zu sein, die althergebrachten,
agressiv runtergerotzten Garagepunk spielt. So simpel die Zutaten, so unglaublich wirksam sind sie doch. 

Alleine schon das Schlagzeugspiel. Wenn ich dieses Genre irgendwie beschreiben müsste, hätte ich wahrscheinlich genau einen solchen Sound im Hinterkopf. Schön verhalltes, ultraverzerrtes Gitarrenspiel, das psychotischer kaum sein könnte. 

Die Band hatte gleich auf zwei meiner neuen Lieblingslabel Releases und zwar auf More Power Tapes und Drug Party. Starke Band, die ich gerne in einem runtergerockten Keller live sehen würde. Bandcamp 
 

Dienstag, 15. Januar 2019

Concrete Lawn - Demo (Urge)

Bäm, eine neue Band aus Australien und scheinbar stimmt es halt wirklich, es gibt dort einfach keine schlechte Musik. Ich meine, das ist eine Demo verdammt. 

Das erinnert mich augenblicklich an einen der schönsten Aspekte beim Entstehen einer Band. Mit denjenigen, die in dieser spielen im Proberaum rumgammeln, sich einen hinter die Binde kippen und sozusagen einen exklusiven Auftritt gespielt zu bekommen, live dabei zu sein, wie der Zaubertrank zusammengebraut wird. 

Eines der coolsten Gespräche, das ich je über Musik hatte ging ungefähr so: "Ich hätte Angst davor, dass die Musik ihren Zauber verliert, wenn ich weiß, wie das gemacht wird" Darauf der andere: "Im Gegenteil, man wird zum Zauberer!" Fand ich sehr schön umschrieben, trotzdem mag ich es immer noch mehr, an der Sache aus einem anderen Blickwinkel, aus dem des Konsumenten und Fans teilzuhaben. 

Concrete Lawn fangen all diese Gefühle sehr schön ein. Man fühlt sich beim Hören der Stücke direkt so, als würde man mit ihnen im Proberaum rumhängen, als wäre man schon jahrelang befreundet und dieses Tape ist die Essenz des bisherigen gemeinsamen Konsums, irgendwo zwischen Garagepunk-Anteilen, einem feinen Gespür für Postpunk und nur wenige Takte davon entfernt eine HardcorepunkBand zu sein. 

Keine Ahnung, woran es liegt, dass in Australien gerade so viele gute Bands am Entstehen sind und was dort richtig gemacht wird, aber eines ist sicher, die Köpfe dort schwirren wirklich verdammt schnell und in einer fast schon außerirdischen Frequenz. Sehr cooles Demo einer sehr coolen Band. Bandcamp      

Montag, 14. Januar 2019

Fame! Oder?


Auf Platz 18 in den globalen Instrumental Hip Hop Charts (direkt nach dem Fahrstuhlmusik-Set von -haltet euch fest- Nikolai Prümm) und auf Platz 77 in den Hip Hop Charts werte ich als Anfang einer steilen Karriere im Biz. Ich danke meinen Homies, Gott, meiner Mutter, Flying Power Energy Drinks und dem aufmerksamen Zufallsgenerator. Die Aufholjagd hat hiermit begonnen. 

Video der Woche

Dead Tenants - Lp II (Already Dead Tapes)

Zündet sofort! Und wieder einmal beweißen die Leute hinter Already Dead ein feinstes Näschen für Sound, der sich der richtigen Dosis aus Noise und Punk annimmt. Immer hart an der Grenze das Hörempfinden völlig zu überlasten, spielen die Dead Tenants utra-verrücktes Zeug, das gerade mal noch durch Bass und Schlagzeug in der Spur gehalten wird. 

Beim schrillen Gitarrenspiel wird man schon an krassesten Noise-Rock aus Italien erinnert, was so als Referenz aber auch nicht standhält, gerade, da in New York im Moment ziemlich viel geht, wenn es sich um Bands handelt, die sich an der Grenze zu No Wave (der auch in New York City geboren wurde) bewegen, was auch im restlichen Katalog von Already Dead seine Entsprechung findet. 

Trotz aller Dekonstruierung kann man der Band einen gewissen Garagepunk Drive unterstellen und nie verlieren sie sich allzu sehr in Frickeleien, sondern schaffen den Drahtseilakt zwischen Krachexperimenten und Rhythmik, wenn man das noch so nennen mag. Geiler Scheiß! Bandcamp 

Metro Verlaine - Cut-Up Lp (Hold On Music)

Eine Platte, die sich schon ab den ersten Tönen richtig anfühlt. Ich meine, es ist 10 Uhr in der Früh und irgendwie würde ich gerne genau von solchen Klängen geweckt werden. Die Zutaten bei dieser Band sind so klar umrissen wie deren Sound: Postpunk, Surf und Dreampop haben sich immer schon ungemein gut vertragen und man wird doch auch ein bißchen an L.A. Witch erinnert oder von mir aus auch an die Liminanas ohne YéYé-Überdosis. 

Verdammt, hätte mir damals jemand gesagt, wieviel Musik ich irgendwann aus Frankreich hören würde, hätte ich mich sicherlich nicht für Latein entschieden. Tja, jetzt sitz ich hier und würde gerne verstehen, wovon die bitter-süßen Songs handeln und versteh nur Bahnhof. Aber ich schätze die Lyrics bewegen sich nicht weit von der Instrumentierung, die auf klare Töne setzt. Trotzdem bleibt die wahnsinnige Stimme der Sängerin dominierend und wieder einmal 
wird klar, dass Französisch einfach eine wundervolle Sprache ist.

Auf die Länge des Albums wird aufs Beste mit den Emotionen gespielt und man lässt sich allzu gerne von post-punkigen Gitarren umgarnen, die bei Soviet Soviet oder den Motoramas entliehen sein könnten, um dann bei Stücken wie "Crash!" von der Band wieder aus der Lethargie gerissen zu werden. Klar, sind die Zutaten sehr klassisch, aber doch frisch genug präsentiert und mit einer eigenen Note versehen, um mich bei der Stange zu halten. Gefällt mir gerade sehr sehr gut! Bandcamp 
   

Samstag, 12. Januar 2019

A Mix Of Some Ninja Tunes

Die Wahrsagungen des Lyrical Gangsters

Aktueller denn je...

Gefangen im Kettenkarussell, zu erschöpft um noch zu kotzen
(vor 8 Jahren erschienen auf Ack!Ack!Ack)

Die Nase in jüngst entsendete (oder eher althergebrachte) all-öffentliche Zeitgeistfürze zu halten, ist ausgesprochen unerquick- 
lich. Es stinkt gerade ganz furchtbar reaktionär überall.