Sonntag, 29. Dezember 2019

Tonträger der Stunde



Samstag, 28. Dezember 2019

Die Tage des Erdschweines sind gezählt...


Großartiges Jahr, nicht?
Erst, als ich ein Review über eine Band auf Alien Snatch las wurde mir klar, dass er/sie/es dieses Jahr nicht nur 20 wurde, sondern, dass mein erstes Konzert im Epplehaus eine Band auf diesem Label war und auch mein letztes. Alles in Allem komme ich auf 16 Alien Snatch Bands, die ihren Weg hierher fanden, womit die Existenz von Geschmack in dieser pittoresken Stadt bewießen wurde, was ich als unumstößlichen und objektiven Fakt betrachte. Als ungewolltes Kind einer großen Familie... Egal, die Stunde des Erdschweines hat geschlagen und Alien Snatch ballert am 31.12. den wohl geilsten Release des Jahres auf Vinyl in den Äther. Prost! 

                       

Freitag, 27. Dezember 2019

Unterschätzte Freizeitaktivitäten:

Nij Meh, Top-Fan  -  Immer da, wo´s brennt

Video (The Lemon Fog - Summer)

Acid & Eltern - Demo (self released)

Ganz Schland klingt scheiße! Ganz Schland? Ja!

Von wenigen Ausnahmen abgesehen. Ich würde wohl auf 20-30 Bands innerhalb der Ländergrenzen kommen, von denen ich wirklich behaupten kann, dass sie gut sind und dass ich mich nicht schämen muss, diese an irgendwelche völlig übersättigten Übernerds weiter zu empfehlen. Nein, das ist ein schlechter Anfang für ein Review...

Also nochmal, die kommen aus Köln. Würde sie in dem Brain Traps und Mort Clique - Umfeld verorten. Alles dran und drin, was man an einer guten Garagepunk-Band geil finden kann: Synthesizer, Fäkalhumor, Speed und auch die anderen Instrumente, wie z.B. Schlagzeug und Gitarre! Ob die Erde wohl implodieren würde, wenn sie sich mit Gym Tonic die Bühne teilen? Weiß man nicht, ist auch egal, weil die super sind - beide! Bandcamp

Freitag, 20. Dezember 2019

Song der Stunde (Coffee Saucers - You Know Better)

In It To Win It:

Irgendwie war doch alles mal bißchen cooler. Wenn ich mir überlege, ich könnte ungefähr doppelt so alt werden wie ich bin, zieht es mich direkt wieder ins Bett. Schlafen generell ist nicht zu unterschätzen, vor Allem träumen. Irgendwie fühlt sich im Traum alles echter an und dann wacht man irgendwann wieder auf, macht sich Kaffee, raucht Kette und wartet auf das nächste spannende Bandcamp-Happening: Verrat´s niemand, aber nur mit dem Skelett-Handschuh kannst du das Tor zum geheimen, verwunschenen Broccoli-Wald öffnen, trittst dort im Endkampf gegen den Eternal Champion an und sicherst dir damit ein schattiges Plätzchen in den Hainen Vallhalls. So oder so ähnlich. 

Dienstag, 17. Dezember 2019

Video (Bad Brains - Live @ Mensa Tübingen ´83)

Boink - Something Colorful For Sure Lp (Nadine Records)

Es gibt Dinge, die muss man wohl nachfühlen können, um sie zu verstehen. Z.B. warum Leute, welche die Bad Brains und Wipers vor Jahrzehnten in diese Stadt holten, fast alle Dead Moon Platten veröffentlichten, grießgrämig in einem lieblos geführten Plattenladen versauern und überteuerte White Stripes und Libertines - Platten an betuchte Studis verscherbeln. "Musikbezogene Misanthrophie" sollte eine anerkannte Diagnose werden. Nicht, dass ich einen solchen Plattenladen mein Eigen nennen könnte oder solche Bands zu ihren besten Zeiten sah, aber nachfühlen kann ich das schon. In meinem Laden würde heute diese Scheibe laufen, während ich die neue Helene Fischer an verzweifelte und gestresste Weihnachts-Freaks verkaufe.

So was bekommt man selten zu hören, wirklich. Einfach mal Shoegaze, PostPunk und ein bißchen Psych in den Topf rühren und schauen was passiert. Dazu ein Drummer, der Jaki Liebezeit wohl ziemlich genau auf die Finger geschaut hat. Ungewöhnliche Mischung, die gründlich daneben gehen kann, aber nicht in diesem Fall. Die verhallten Lyrics vertragen sich ungemein gut mit den verjazzten und bis ins Kleinste ausgeklügelten Klängen, die immer wieder mal laut krachend aufgebrochen werden, um die Platte nicht zu einer allzu gemütlichen Angelegenheit werden zu lassen. Klar, wenn man in den 80ern musikalisch sozialisiert wurde, kann man vielleicht eine ganze Bandbreite an Referenzen runterbeten, aber mir fällt auf Anhieb wenig Vergleichbares ein, wünsche mir das sofort auf meinen Plattenspieler. Bandcamp

Sonntag, 15. Dezember 2019

Velvet Bethany - S/T (Kafadan Kontak Records)

Dieses Artwork ist der Hammer. Fünf Songs die zuvor schon auf CD veröffentlicht wurden. Jetzt auf Tape oder 7". Ich will keine Diskussion über den Nutzen von Kassetten starten, dass diese billig zu produzieren sind usw., aber ich meine, wenn man bedenkt, dass eine Band Stunden über Stunden damit zubringt, ihre Lieder einzuprügeln, so ein abgefahrenes Artwork an den Start bringen und du bestellst dir das Tape in diesem Fall aus Istanbul, packst es in dein Tape-Deck, das dir für wenig Geld auf dem Flohmarkt nachgeworfen wurde und hast den Bandsalat, was man dann wohl nur mit einem Zitat aus "Fear And Loathing In Las Vegas" beantworten kann: "Hast du gerade gesehen, was Gott uns angetan hat?"... 
Bleibt also zu hoffen, dass es eine Vinyl-Version ist. Fünf schlichte, aber sehr schöne und knackige Garagepunk-Kracher - hier und da mit Surf-Einschüben gespickt und einer coolen Gesangsstimme. Das ganze Label ist einen Blick und Hörer wert, scheint auch die richtige Anlaufstelle für Freaks in Istanbul zu sein! Bandcamp 

oh Schreck...

wurde gerade ernsthaft von meinem Radio Wecker mit Bachs "Toccata und Fuge" geweckt. Das toppt fast, als ich mal im Epplehaus von einer Hitler Rede aus dem Schlaf gerissen wurde.

Freitag, 13. Dezember 2019

Marcel Wave - Discount Demos (self released)

Willkommen in der Stadt, in der die "Streitigkeiten" noch mit Narwal-Zähnen ausgefochten werden und der Out-Of-Bed-Look zum Politikum wurde. Was an Monty Python erinnert, ist eigentlich beides nicht mal so lustig. Nur Bilder von Kurt Corbyn konnten mir heute schon ein Lächeln abringen und ich muss dabei an "Last Days" denken, wie das grenzdebile Original -kryptische Dinge vor sich hinmurmelnd- durch einen verstörenden Film torkelt, der eigentlich einen wunderbaren Abgesang an die Musikwelt darstellt. 

Was aber hat das mit der Band zu tun? Eigentlich gar nichts, nur, dass sie zufällig aus London kommen, irgendwie zum Upset The Rhythm und Ex- Faux Discx Gewusel gehören und so klingen, als hätten sie sich zwischen den Regalen in einer Bücherei kennen und auf einer Punkshow schätzen gelernt. Dass britisches Englisch eine sehr lyrische Sprache ist, wird auch hier wieder bestens unter Beweiß gestellt in der Mischung aus PostPunk und Spoken Word, die auch schon bei Feature, Dry Cleaning und Sauna Youth (mit der sie sich rein zufällig ein Bandmitglied teilen) zündete. Für den durschnittlichen NietenPunk wohl zu arty farty, für den Kunststudi zu geradlinig, also genau richtig in dieser Dosierung. Eine Demo, die es verdient hätte, so auf eine 7" gepresst zu werden.
Bandcamp

Samstag, 7. Dezember 2019

The Prissteens - The Hound Lp (Girlsville)

Kauf mir alle Tonträger auf Girlsville!

Höchstwahrscheinlich gibt es eine Menge Plattenläden, die einen mit lebenslangem Hausverbot strafen würden, wenn man diese Band nicht kennt, zumal sie bereits seit den 90ern am Rummachen sind, ihre Mitglieder u.a. mit Purple Wizard, den Devil Dogs, Action Swingers usw. teilen. 

Verdammt, das erinnert mich sofort daran, wie wir um einen billigen Kompakt-Plattenspieler saßen und die Detroit Cobras und Ghetto Ways feierten wie die Affen den Monolithen. Hätte jemand diese Lp ausgepackt, bzw. die 7Inches, die hier in einer Art Best-Of zusammengestellt wurden, wäre die Party wohl aufs Derbste eskaliert. Dessen bin ich mir sicher! Auch heute hat die Band nicht die Wirkung auf mich verloren, was alleine schon diese Flashbacks belegen. 

Warum hat mir die noch niemand gezeigt? Warum dauerte es mehr als 20 Jahre eine solche Entdeckung zu machen, die alles in sich vereint, was grandiosen Garagerock ausmacht? Alleine "The Hound" oder "Oh Howard" sollten Blaupause sein für Leute, die dieses Genre bearbeiten wollen. "Teenage Dicks" hat mich fast meine Zigarette aushusten lassen und es ist auch sonst einfach kein schlechtes Lied auf dieser Compilation zu finden. 

Was Girlsville zu ihnen schreibt ist fast schon untertrieben: "THE PRISSTEENS made some of the finest girl group punk pop of the 90's, and there were quite a few bands to contend with mining similar territory. THE PRISSTEENS were better than them."
Bandcamp

Video (Neighbours Burning Neigbours - Lunar Hair Care)

Video (Cold Beat - Flat Earth)

Freitag, 6. Dezember 2019

High Vis - No Sense No Feeling Lp (Venn Records)

PostPunk alter Bauart, der nicht sonderlich überrascht, sich aber auch nicht anbiedert und seine Sogkraft (zumindest für mich) erst nach einiger Zeit entwickelt. Keine großen Gesten, kein übertriebener Pathos und ein Songwriting, das in diesem Bereich seinesgleichen sucht, womit schon das Wesentliche über die Lp gesagt wurde. 

Gerade in einem Online-Konsum Verhalten, das nur noch geringe Aufmerksamkeitsspannen voraussetzt, ist solche Musik ein herrlicher Konterpart. Schnell wird klar, dass man es hinter der Band mit absoluten Hi-Fi Besessenen zu tun hat. Ich sag das ungern, aber das ist die Sorte PostPunk, für welche die Anlage nicht gut genug sein kann. Ein raumfüllender Sound, der sofort Alles in einem anderen Licht erscheinen lässt. Perfekt. Bandcamp

Song der Stunde (Lost Sounds - Let´s Get Sick)

Tonträger der Stunde


Proto-Bandcamp


Montag, 2. Dezember 2019

Song der Stunde (Rubber Daddy - Rubber Family)

Thelma...

...halte ich für einen schönen, aber sehr bedrückenden Film, jenseits vom Hollywood-Bombast. Hier der Trailer 

Donnerstag, 28. November 2019

Video (Psychic Bloom - The men who dealt with the devil)

Konzerttipps

02.12. Ouzo Bazooka @ M13
07.12. Thee Irma & Louise, Glen Ranzig @M13
11.12. Bad Mojos, Cat Lady @ Epplehaus
14.12. Columna + 6 @ Epplehaus

Oil Of Olaf - "Das Haus brennt und ihr sperrt die Feuerwehr aus"

So also sieht der harte Kampf der Bundesregierung gegen den Rechtsruck, Rechtsterrorismus und das Erstarken einer AfD aus: Indem man nicht nur mit diesem Gesetzesentwurf androht, Vereinen, die sich politisch äußern und nicht selten wichtige Arbeit im Bereich der politischen Bildung leisten, die Gemeinnützigkeit zu entziehen, sondern das auch im Fall des DemoZ und der VVN-BdA gleich schon mal in die Tat umsetzte. Nicht, dass die AfD nicht schon auf einem Erfolgskurs wäre... Könnte so auch aus dem kleinen Diktatoren-Handbuch stammen:

"In dem Entwurf heißt es, Vereine würden "auch dann noch" steuerlich begünstigt, "wenn eine gemeinnützige Tätigkeit mit politischen Mitteln begleitet wird". Vereine dürfen sich also auch künftig politisch äußern, aber nur, wenn es ihrem Vereinszweck dient. Die Absicht, politische Parteien oder die staatliche Willensbildung zu beeinflussen, müsse dabei "weit in den Hintergrund" treten." https://www.spiegel.de/politik/deutschland/olaf-scholz-will-politisches-engagement-von-vereinen-bestrafen-a-1297732.html


https://www.deutschlandfunkkultur.de/der-tag-mit-jagoda-marinic-gemeinnuetzigkeit-aberkannt.2950.de.html?dram:article_id=464512

https://www.rosalux.de/en/news/id/41288/ist-demokratisches-engagement-gemeinnuetzig/

Dienstag, 26. November 2019

Putzfrau - Demo 2019 (Edger Records)

Irgendwie muss ich bei dem Bandnamen an Kramp Knarrenbauer denken. Wenn es mit der Karriere bei der Bundeswehr nicht klappt, kann man ja immer noch umsatteln. Ich würde sie ohne schlechtes Gewissen bei mir anstellen und den lieben langen Tag mit dieser Band und anderen Gemeinheiten quälen. Muhaha... 
Weg vom Namen, hin zum Artwork, das mich sofort an den Schimmel an meinen Wänden erinnert. Aber das lenkt alles von der Musik ab, die furioser nicht sein könnte. Mal ehrlich, HardcorePunk kann doch nicht schnell genug gespielt werden, oder? Das klingt fast schon zu gut für eine Demo und es würde mich nicht wundern, hinter der Band alte Häsinnen und Hasen zu entdecken, die schon lange das Geschehen in Portland aufwirbeln. Kann, muss aber nicht... Punk, wie er seit den 80ern bis heute immer geht - und wahrscheinlich auch noch morgen. Bandcamp  

Mittwoch, 20. November 2019

NERVØS! - Doomsick Lp (Bitter Dose)

Oh, schön. Das ist genau das, was ich im Moment brauche. Schwer walzender Noiserock, der an Psychopathie kaum noch zu übertreffen ist und wenn, dann nur von wenigen Bands. 
Hypnotisch, kranker Scheiß, der wohl im dunkelsten Verließ der Klapsmühle entstanden sein muss - unter erschwerten Bedingungen und heftigsten Halluzinationen. Die Band tauchte nicht aus dem absoluten Nichts aus, spielt solcherlei schon seit mehr als einem Jahrzehnt und bringt es mit diesem Longplayer (!) bereits auf den 5ten... Wenn du auf der Suche nach Musik bist, welche die Vibes auf deinem coolen Psych-Rock Festival zerstören könnte, dann bist du bei diesem zarten Schmetterling an der genau richtigen Adresse. Bandcamp  

Montag, 18. November 2019

Song der Stunde (PTSD - Short Circuit)

Video (Faux Ferocious - Big Kahuna)

Katjusja - The Bomb Ep (Detriti Records)

Katjusja ist das Minimal -, Synth Wave Projekt von Katja Nielsen, die ansonsten bei der SurfPunk-Band Arre!Arre! und bei den Feathered Arms spielt(e). Detriti alleine sollte eigentlich schon Qualitäts-Siegel genug sein, wenn es um erstgenanntere Musik geht, aber was hier so zusammenproduziert wurde, ist wohl mit Abstand das Schönste, was ich seit Langem gehört habe, erinnert an die Roller Disco, auf der ich nie meine Bahnen zog, Softeis Automaten, Arcade Spiele und all der andere Kram, der plötzlich verschwunden ist und keiner weiß eigentlich wieso. Großartiges Songwriting trifft auf die gewohnt minimale Kost, die dem Genre anhaftet wie Zuckerwatte der ausgebeulten Jeansjacke. Bandcamp   

Freitag, 8. November 2019

The Nico Missile - 8 Ways To Be Infected (Quality Time Records)

Quality Time ist Ricky Hamilton, der auch in einem Großteil der Bands auf dem Label spielt. Ich finde Leute krass, die, wenn sie nicht gerade über Musik nachdenken, scheinbar nur am Produzieren und Aufnehmen sind. Wahnhafte, Besessene, das musikalische Äquivalent zu den Computer-Spielenerds, von denen man immer wieder mal mitbekommt, dass sie irgendwann jämmerlich vor dem PC zugrunde gehen oder in irgendwelchen Entzug-Bootcamps landen. 

Würde ich Vergleiche ziehen müssen bei einer so allumfassenden Manie, was sämtliche Bereiche des DIY-Punk angeht, würde ich wohl als erstes auf das Lumpy-Universum verweißen, oder auf das Schaffen von Bobby Hussy, den Antifade-Leuten, um einen Vergleich zu haben. 
Ähnlich aggressiv und gleichzeitig sehr detailverliebt sind die einzelnen Projekte fast durchgehend geraten und, obwohl bei den meisten die Wurzeln klar im Garagepunk zu finden sind, merkt man doch, dass eine ganze Bandbreite an Zeug gehört und auch gemocht wird, das Songwriting bei all dem wüsten Gebolze nicht zur Begleiterscheinung wird. Bandcamp

Knastkunst-Objekt #1

Schimmlige Marmeladenglas-Supernova auf heißer Herdplatte

Tonträger der Stunde


Mittwoch, 6. November 2019

Nylex - Plastic For People Lp (No Patience)

Nach ihrer Ep auf Tenth Court nun ein erster Longplayer, auf dem entspannter, unprätentiöser PostPunk zum Besten gegeben wird, der Fans von deathrock-lastigeren Bands genauso befriedigen sollte wie Leute, die auf die poppigeren Bands auf Korova abfahren.
Man kann man mich mit diesem Genre recht schnell übersättigen, aber doch kommt die Band unaufdringlich und eingängig genug daher, um nicht in der Masse der Releases unterzugehen. Genau die Art von Musik, die man gerne hören will, wenn man nachts von einem Konzert nach Hause fährt oder noch besser: gefahren wird. Und wenn du von einem Konzert von Nylex nach Hause fährst, seien dir die Wireheads nahegelegt, mit denen sie sich u.a. die Mitglieder teilen. Da ich mittlerweile tagsüber schlafe, nachts wach bin und in einem fast lichtlosen Keller wohne, fühle ich mich berechtigt, das sehr schön zu finden. Bandcamp   

Süchtiger Arbeitsloser löst Rätsel um neu entdeckten Premium Mond


8 Jahre später und immer noch mein Lieblingsflyer


Dienstag, 5. November 2019

Debate Club - Phosphorescent Lp (Michel Records)

Ein irre abwechlsungsreiches Album, das für mich wirkt wie ein musik-gewordener Tagebucheintrag, der mich sofort wieder auf eine Menge schöner Konzerte zurückversetzt. Dir kommen sicherlich auch auf Anhieb die selben Bands in den Sinn, die ich jetzt nicht akribisch runterbeten möchte oder werde. 

Lange schienen sich viele an genau solcher Musik abgearbeitet zu haben und ich finde es nach wie vor sehr schwer, das so zu machen, ohne, dass es irgendwann und das sehr schnell seinen Reiz verliert. Ganz anders bei Debate Club, die es irgendwie schaffen, die Zutaten in den richtigen Mengen-Verhältnissen in den Topf zu werfen, die da wären: Psych, Shoegaze und klassischer Garagerock.

Immer wieder werden kleine Ausbrüche in krautige Songstrukturen gewagt, die gerade um diese Uhrzeit einen willkommenen Kopffilm anzuwerfen vermögen. Eine fast schon perfekte Scheibe! Bandcamp   

Sonntag, 3. November 2019

Tonträger der Stunde

                             Alleine das Booklet war den Erwerb wert
 Fast nur Hits
 
fast:


Rot Dog´s lustige Abenteuer im Cyber-Space


Kennste, Kennste? Manche Typen sind so einsam, dass sie "Girlfriend" bei Pornhub suchen. Wer hat mir den in den Kopf eingepflanzt? Die völlige Sinnlosigkeit der Vereinsamung (im wörtlichen, wie im übertragenen Sinn) schnell wieder eingetauscht gegen den noch unerträglicheren, uniformierten Individualisten-Stadel. 

Samstag, 2. November 2019

Video (Gary Wrong Group - Floods Of Fire)

Song der Stunde (Human Eye - The Movie Was Real)

Fire Heads/Sex Scenes - Split Lp (Big Neck Records)

Wie gut sind eigentlich Split Lps, vor Allem, wenn sie auf Big Neck erscheinen und Bands auf sich vereinen, die genau den psychotischen Reiz transportieren, der... So fing schon mal ein Review über eine Band auf diesem Label an, oder zumindest so ähnlich. Ich bin wirklich kein Fan von szeniger Engstirnigkeit oder allzu homogenem Purismus, aber ich freu mich immer wieder zu hören, wenn Leute, die in einer ähnlichen Zeit wie ich oder noch früher sozialisiert wurden, sich eine Aggressivität und Verrohung in ihrer Musik erhalten wollen, die genau deswegen schon sehr lange einen Reiz für mich ausmacht. 

Wie schon beim Review über die neue Hussy Lp erwähnt, gehören die Fireheads zu einem seiner neuen Projekte, das er mit den Schergen von den Proud Parents und Dumb Vision meisterlich bestreitet.

Auch Sex Scenes sind nicht gerade neu auf der Karte erschienen, greifen den roten Faden wunderbar auf, kommen noch ein wenig primitver um die Ecke gestiefelt, schleudern eine Keule, die mit dem Gesang mancher Oi-Band die Hosenträger von der Bierwampe sprengen sollte. Wahrlich kein Relikt aus der Steinzeit, zu dessen Klischee nur noch die Knochen in den schütteren Haaren fehlen, sondern RnR auf seinen wesentlichsten und wirksamsten Zutaten heruntergebrochen. Bandcamp

Freitag, 1. November 2019

Tonträger der Stunde


Song der Stunde (The Swankers - Fuck Off)

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Tonträger der Stunde


Montag, 28. Oktober 2019

Video (Idoli - Plastika)

Real Tears - Hay Fever Lp (Alien Snatch)

Neues der nicht mehr ganz so neuen Band aus dem Impo & The Tents und Rotten Mind Umfeld. Also fast ausschließlich "alte Hasen" am Werk, die sämtliche Spielarten des Punk mit der Muttermilch aufgesogen zu haben scheinen. Ob es nun trashiger 80s Hardcore, PowerPop oder Postpunk ist, alles wird hier dermaßen leichtfüßig und enorm tight aufgearbeitet und zum Glück wurde die postpubertäre Infantilität noch nicht abgelegt, die auch schon erstgenannten eigen war. Bandcamp

Video (Glow Kit - Let your hair down)

Warp - Traffic Control Lp (Thrilling Living)

"Die Enterprise fliegt nur mit zwei Warp" könnte einer der 10 schlimmsten Taxifahrersprüche des Jahrzehntes sein. Thrilling Living ist für mich immer noch die Entdeckung der letzten Jahre und lässt den Glauben an anspruchs- und gleichzeitig sehr humorvollen Punkrock zurückgewinnen, auch wenn sich sonst manchmal alles anfühlt, als würden wir nur noch rückwärts gehen. 

Das Artwork alleine hat mich aus kaum nachvollziehbaren Gründen schon Tränen lachen lassen, aber das liegt vielleicht einfach an meiner permanenten Übernächtigung. Fett instrumentierter, völlig überdrehter, aber nicht allzu strapaziöser Punkrock, der vor einer kalkulierten Verrücktheit nicht zurück schreckt und sich zwischen den Neigbourhood Brats, Bikini Kill und Scrap Brain austobt. Bandcamp

Samstag, 19. Oktober 2019

Rechte Esoteriker*innen in Deutschland


gerade eben im Radio gehört:
https://www.deutschlandfunk.de/rechtsextreme-online-angebote-rechte-esoteriker-im-krieg.724.de.html?dram:article_id=461384

Freitag, 11. Oktober 2019

Dienstag, 8. Oktober 2019

Video (Acid Baby Jesus - Brain Damage)

Tonträger der Stunde


Neue Erkenntnisse vom Holodeck


Genaugenommen wird das doch nicht langweilig, hier vor´m Computer mir irgendwie das noch versuchen zu wahren, was für mich den Reiz ausmachte in der Musik, statt das Ganze wie ein dämliches Pong-Spiel zu gestalten, in dem die noch bitterere (das Wort macht mich fertig!) Realität in so weite Ferne gerät, dass es nur noch eine Rolle spielt, von welchen Bands das eigene aufwendig gestaltete Plattencover -minimiert auf Briefmarkengröße- auf Bandcamp noch umgeben ist. Vernetzen ist die neue Kunst. Ein Wir-Gefühl konstruieren, wo sonst vielleicht keine Gemeinsamkeiten sind. Identitäten anprobieren wie ein Kleidungsstück. 

Samstag, 5. Oktober 2019

Song der Stunde (The Dead Milkmen - Plum Dumb)

Video (The Black Angels - Dont play with guns)

The Limits - S/T Ep (self-released?)

Hoppla, die Band hätte ich jetzt eher auf Specialist Subject vermutet, aufgrund der unaufdringlichen PopPunk-Kante, die hier genau richtig dosiert ist, um sie nicht in gewöhnlicher Genre-Meierei untergehen zu lassen. Ähnlich begeistert war ich das letzte Mal von den Worriers, Slowcoaches oder vielleicht auch Mobina Galore, aber gerade durch die Stimme der Sängerin und was die Instrumente kreieren entsteht ein mehr als stimmig, rundes Ganzes, das schöner und melancholischer kaum sein könnte, ohne dabei an Energie einzubüßen oder gar weinerlich zu werden. 

Tatsächlich werde ich schon auch ein wenig an die besten Zeiten (!?) des kanadischen Punkrock/PowerPop erinnert, wobei mir hier erstmal die Statues in den Sinn kommen oder um beim PopPunk und in den USA zu bleiben The Copyrights mit "Learn The Hard Way". Die Leute hinter den Instrumenten sind mir bisher unbekannt, hätte sie in einer Vielzahl anderer Bands vermutet, die mehr oder weniger bekannt sind. 

Dass der "Nachwuchs" nicht ausbleibt ist ja auch erstmal schön und diese vier Zeilen umschreiben doch sehr gut, dass es wohl nicht leichter werden wird, aber solange solche Musik in meinem Midlife-Chrysler läuft, ist noch nicht alles verloren:
"Do you remember when you didn't care at all?
When every innocent word didn’t weigh a ton
Look at us now
We’re getting so old and bitter"  

Bandcamp