Montag, 31. Dezember 2018

Doppelgänger-Alarm

Nichts finde ich gruseliger als Doppelgänger von Leuten, die ich kenne in der Musik wieder zu finden und in diesem Fall halt im Profilbild der Band Oozing Wound. Das macht mir Angst!

Crisis Man - The Myth Of Moderation (Digital Regress)

Also, ich weiß ja nicht, was alle haben, Hardcore-, Garage- und KBDPunk könnten sich kaum näher sein, als in solchem Geschredder, das jemand mal verächtlich als "Fixer-Mucke" abgetan hat, aber dem ist halt nicht mehr zu helfen in seiner Suche nach dem glasklaren Ton. Erst gestern hatte ich wieder Besuch von meinen Eltern und der klassiche Satz fiel: "Wie du so lebst!". Das Leben ist halt kein Hochglanz-Magazin. Die einen kriechen aus dem Elend, um sich eine gut-bürgerliche Existenz herbeizu-ellbogen und die anderen wieder zurück ins "Elend" und glücklich macht irgendwie beides nicht. Aber solange der Soundtrack dazu stimmt, habe ich schon ein weniger großes Problem damit, mich überall wie ein Alien zu fühlen und ja, eine solche Band fängt dieses Gefühl doch immer noch am Besten ein. "Dieses völlige Drauf-Scheißen" schnappte ich im Bus auf, als wäre der Satz an mich gerichtet worden und eine Zusammenfassung meiner letzten Jahre aber das trifft mich längst nicht mehr. Bandcamp   

Sonntag, 30. Dezember 2018

Dont judge a book by its cover!

The Make-Overs - Safe Space Lp (The KRNGY Logo)

Fuck, wie nur schafft man es 11 Lps rauszuhauen und sich im Sound trotzdem konstant zu steigern? Vielleicht ist das dem Umstand geschuldet, dass die Menschen hinter der Band perfekt harmonieren, dass sie "nur" zu zweit sind und daher mehr oder weniger gezwungen sind, sich nach immer mehr Gimmicks umzuschauen und verdammt ja, sie schaffen es, einen Sound auf Platte zu bannen, der sicherlich einem Liveauftritt entspricht in seiner Intensität. Ich glaube, ich habe mich in diese Band verliebt, ganz im Ernst. Also, wenn Beamer endlich erfunden sind, würde ich mich glatt nach Südafrika zu einem Auftritt von den beiden teleportieren lassen. Nein, ich würde sie hierher beamen, direkt in meinen Keller und zwingen, einen Auftritt hier zu spielen. Da It´s psychedelic baby  wirklich coole, epische Interviews führt, sei auch darauf verwießen. Bandcamp   

Video der Woche

The Smarthearts - On The Line Lp (Wilsuns Recording Company)

Bin ich der einzige Mensch auf dem Planeten, der sich immer noch ein wenig schwer tut mit Sheer Mag? Und weil ich eh ein gemeiner Sack bin und weil die genug Fans unter den Leuten haben, denen poppigere Musik völlig neu war und eigentlich egal ist, solange es nicht ansprechend genug verpackt und verkauft ist, behaupte ich einfach mal rotz-frech, dass Sheer Mag in manchen Momenten klingen, als hätten sie versucht einen alternativen Soundtrack zur "Bill Cosby Show" zu schreiben und passen damit wie der Arsch auf den Eimer der kleinen heilen Hölle, in der alles sein festgeschriebenes Plätzchen hat, auch die Menschen. Da bin ich schon ein Stück weit mehr angetan von den Guests und eben dieser Band, die mich mit der Demo schon völlig vom Hocker gerissen hat.   
The Smarthearts fallen natürlich nicht weit vom Stamm, beackern ein ähnliches Feld, nehmen den Begriff PowerPop unfassbar ernst und machen das auch wirklich gut, also eigentlich sogar sehr gut, richtig richtig gut sehr. Fast schon erschreckend wie überragend diese Leute an ihren Instrumenten sind und wie arg sie sich darauf verstehen, PopSongs zu schreiben, die sich nicht beim ersten Hören sofort anbiedern, sondern ihre Zeit brauchen um in all den zarten Wendungen, die dem Genre nunmal eigen sind, wirklich wahrgenommen zu werden. Klassischer PowerPop ist vielleicht wirklich eins und zwar unfaufdringlich, aber eben genau dadurch tun sich Welten auf, was die Smarthearts wirklich in Reinform betreiben, würd ich mal sagen. Also eigentlich finde ich ja alle drei Bands spitze, aber ein wenig muss schon gepöbelt werden, bei Leuten, die in ausschließlich guten Bands spielenBandcamp

Deep Tissue - s/t

Irgendwann fangen die Leute damit an, nur noch über Bandcamp zu sprechen und nicht mehr darüber, was für ein unglaublicher Aufriss hinter jedem der Profilbildchen steckt und hinter jedem Stückchen Musik, das sich buchstäblich seiner selbst auf digitalen Plattformen erwehren muss, auch wenn diese schon sehr geil sind. Klar, würde ich mich um Kopf und Kragen kaufen, hätte ich die Kohle. würde die Tapes und Platten gerne anfassen, von alles Seiten beschnüffeln wie die Affen den Monolithen, würde mir in einer klimatisierten Lagerhalle einen Bestand anschaffen, welcher der Nachwelt als endgültiges Punkrock-Archiv herhalten kann, aber ja...

Stell dir vor, Deep Tissue sind eine richtige Band, die aus richtigen Menschen besteht, die in Philadelphia wohnen und gerne klassischen PostPunk spielen, der den Großen des Genre mit gerade mal 4 Stücken fast schon den Schneid abkauft. Und stell dir mal vor, die mussten in einen Proberaum dafür gehen, die mussten üben, vielleicht jahrelang, was ich mal schwer vermute bei solchem Sound. So etwas entsteht nicht nur, weil man es gerne hätte. Und was dabei raus kommt ist manchmal der schiere Hammer, so wie im Fall von dieser Band. Bandcamp 

Samstag, 29. Dezember 2018

Skip Church - Out Of Tune, In Touch With The Devil Lp (Randy Records)

Man hört sofort, mit welchen Pappenheimern man es hier zu tun hat. Skip Church sind jedoch im Sound etwas poppiger geraten als The Sueves, wenn auch nicht weniger fett. Gerade Bands wie sie beweißen, dass gut gespielter RnR auch noch im nächsten Jahr richtig ist. Ob du dich jetzt dazu in deiner Lieblingskneipe bewegen willst, oder einfach nur auf dem Sofa dazu lümmelst, spielt keine Rolle. Viel zu viel gibt's in den Stücken zu entdecken, die auch nicht allzu fern von Vanity sind und daher tatsächlich Pubrock genannt werden können, was auch immer das genau sein soll. Vielleicht sind damit ja Bands gemeint, die sich bei fortgeschrittener Stunde sehr gut in der Jukebox machen, kurz bevor sich das erste, vom Schlaf aufgeschreckte Furzgesicht ächzend vom Barhocker erhebt, um dich mit seiner Faust in deinem Gesicht wissen zu lassen, dass er so modernen, aufreibenden Quatsch jetzt nicht hören möchte. Niemand, der doch nie Menschen über Tische fliegen sah, weiß wie vergnüglich und reinigend eine Kneipenschlägerei sein kann. Spaß beiseite, die sind der Knaller, find ich! Bandcamp     

A-Lex - Jeet Connection (Detriti Records)

Ungelogen, manchmal würd ich mich am liebsten wie Kevin Flynn von einer Maschine in meine Pixel auflösen lassen, um mich gänzlich von Bandcamp einsaugen zu lassen. Aber halt, ich darf nicht vergessen zu atmen, zu trinken. Was Detriti leistet, hat wirklich alle Aufmerksamkeit verdient. Schon alleine das Artwork mit Wiedererkennungswert ist dermaßen spitze. Auch hier wieder mit einem Release für ein Projekt, das in der Songliste auch gleich schon die Referenz mitliefert. Automat, Space, Laser und die ganze Riege an allerbester Italo-Disco, bzw. Synthi-Pionieren kommen einem dabei in den Sinn. Mit diesem Release hat Detriti wieder einmal direkt meine Achilles-Ferse getroffen und mich zu einem verstört-grinsenden Disco-Kid werden lassen, wenn auch nur für wenige Minuten. Das Tape wird Mitte Januar in physikalischer Form zu erwerben sein! Bandcamp 

Power Face - Face The Power Lp (Really Fast Records)

Ich überleg mir jetzt ganz schnell ein paar vor Superlativen nur so strotzende Worte, die dich gleich am Wickel haben und so richtig geil drauf machen, diese Band anzuhören. Wenn Punks anfangen TrashMetal mit HardcorePunk zu verbinden, dann zündet das immer, auch bei mir. Fast bin ich mir sicher, dass sich hinter den Leuten keine Unbekannten verstecken, aber das Recherchieren überlass ich dir. Die Leute traten erstmals 2015 mit einer 7" in Erscheinung und veröffentlichten erst jetzt diese LP, die Bock drauf macht, das Hirn für einen Abend lang in einer Bierdose einzulegen, oder auch für mehrere. Oberaffentittengeil! Bandcamp

Kappa Chow - s/t Lp (Big Tomato Records)

Hätte nie gedacht, ich könne mich doch nochmal mit Bläsern in Punk-Bands arrangieren, aber es ist geschehen, gerade jetzt, mit dieser Band, die schon das ein oder andere Mal das Ottawa Explosion beschallten und ja, tatsächlich auch aus Kanada kommen. Zutiefst vergnügter, zu gleichen Teilen aufgedrehter aber sehr sumpfiger Sound, der sich ab und an fast bemühen muss, das wahre Können der Menschen hinter der Band nicht allzu sehr herauszukehren. Es kommen einem wirklich die Stooges, Cramps und vielleicht sogar Bass Drum Of Death in den Sinn, wenn man den Stücken lauscht. Absolut partytauglicher Sound, zu dem man sich schon auch mal bewegen darf, wenn man mag. Bandcamp

Video der Woche

Uv-Tv - Glass LP (Deranged Records)

Für mich wirklich einer der großartigsten und vielleicht unkonventionellesten Releases auf Deranged seit Langem. Schon durch ihre Split mit den Shark Toys auf Emotional Response waren sie sich meiner Aufmerksamkeit gewiss aber diese LP bietet einfach alles, was guten Punkrock gerade heutzutage ausmacht und fast augenblicklich findet man sich in einer zukünftigen Welt wieder, die sich irgendwie richtig anfühlt. Die Lyrics erinnern schon auch ein wenig an Best Coast oder natürlich in ihrer Getragenheit an die Vivian Girls aber das Fundament, über das gesungen wird, ist einfach so abartig schnell runtergerotzt, dass man fast versucht ist, diese Band als DIE Punkband zu bezeichnen, die sich einfach so gut fern von jeglichen Zwängen bewegt, sehr powerpoppig daherkommt und auch nicht allzu pathetisch wirkt, wenn Ausflüge in PostPunk- oder sogar psychedelischere-shoegazige Gefilde gemacht werden, die fast schon an die Cosmonauts erinnern. Das ist weit davon entfernt unentschlossen zu wirken in den Haken, die auf dieser LP geschlagen werden, eher wird in Perfektion betrieben, was von der Band selbst gerne gehört wird, wag ich einfach mal zu behaupten. Gerade, dass die Kontraste im Sound so groß sind zwischen den Seiten der LP, macht das zu einer so großen Scheibe, die in ihrer Gänze eine ganz eigene Geschichte zu erzählen weiß. Bandcamp   

Freitag, 28. Dezember 2018

Classics never go out of style #1 (Opa erzählt vom Krieg)

Irgendjemand hat mir mal mitleidig auf die Schulter geklopft und gemeint CDs wären voll retro, als ich gestand, dass ich keinen Plattenspieler besitze. Naja, ich habe seit Längerem einen, hatte einen, aber man kann diesen schnittigen Plastik-Klotz keiner Platte mehr zumuten. Aber darum geht es auch nicht, sondern um Klassiker, die vielleicht sonst verschütt gehen würden, wenn Grützhirne wie ich das nicht immer noch mächtig geil fänden. Gerade heute scheint Garagepunk wieder an einem Punkt angelangt zu sein, an dem er schon öfter mal war und allzu gerne wird vergessen, dass dieses Genre nicht erst durch Bands wie die Oh Sees und Ty Segall erfunden und groß gemacht wurde. Vor den beiden gab es z.B. Billy Childish. Nein, nein, das soll keine Lehrstunde werden, sondern dient nur meiner Prokrastination, aber wenn du eh alles schon weißt und vor Allem besser, kannst du dir die Zeit z.B. da vertreiben:

My First Billy Childish Album (Damaged Goods)

Rauhbein Billy Childish durfte ich leider nie persönlich kennenlernen, hab ihn auch nie live gesehen, was auch dem Umstand zu verdanken ist, dass er nur noch sehr spärliche Auftritte spielt und diese meistens nicht weit entfernt vom eigenen Bett, aber zumindest hab ich einige Bands aus seinem direkteren Umfeld noch mitnehmen können, z.B. die Masonics mit Ludella Black, was für mich defintiv ein Highlight war in meiner Konzertgeherei. Nein, sicherlich hast du dich mal gefragt, wo zum Teufel man bei diesem massiven Output von ihm eigentlich einsteigen soll und Damaged Goods, das Label auf dem er die meisten seiner Releases veröffentlichte, hält auch dafür die Lösung parat und ein besserer Einstieg ist kaum denkbar in das ganze Universum um ihn herum, bzw. in die enorm große Szene an kreativsten Köpfen, die er um sich scharte. Ich wage es zu bezweifeln, dass diese Platte noch zu haben ist, aber in Reutlingen im Plattenladen konnte man sich bis vor nicht allzu langer Zeit eine Live-Doppel-Lp der Milkshakes besorgen, die wohl auch Mitschnitte von einem Konzert in der Zelle beinhaltet. Damals klingt schlimm, der aktuellste Release von ihm ist von 2017... Naja, es ist kalt draußen und ich laber und laber und laber... Kurz, wenn du einen Einstieg suchst in das Childish-Universum besorg dir diese Platte oder Cd, auf der einfach nur Hits zu finden sind, z.B. der hier: 


  

Le Shok - We are Electrocution (Gold Standart Laboratories)

Ein kleines Underground-Phänomen aus den 90ern, die bis in die frühen Nuller Jahre spielten, eine Handvoll Singles veröffentlichten, weitestgehend im gleichen Plattenladen arbeiteten, sämtliche Buden in den USA abrissen und gerade jetzt erst wieder eine Wieder-Veröffentlichung durch Burger-Records erfuhren, die vielleicht auch schon wieder vergriffen ist, zumindest auf Vinyl. Schlau wie ich bin, hab ich mir vorsichtshalber lieber gleich die CD geholt vor einigen Jahren. Der Drummer beispielsweiße ist der Typ, der sich bei The Locust nicht nur hinter einer Maske sondern auch hinter dem Schlagzeug "versteckte". Heute gibt es Synth-Punk wie Sand am Meer, in den Neunzigern waren die Puristen noch puristischer, außer vielleicht in den USA, oder vielleicht auch da und entsprechend spärlich gesät waren derartige Bands?! Egal. Ob das Cover nun sexistisch ist, kann ich alleine nicht entscheiden und ich werde wohl ein Doodle erstellen müssen, um das mit meiner Bezugsgruppe eruieren zu können.

 
The Chrome Cranks - Dead Cool (Crypt Records)

Ich hab nur das erste Album und das ist verdammt sexy und weil ich nicht weiter schreiben will, kopier ich euch einfach mal die Liste an Bands, die mir Discogs ausspuckte und bei denen die Leute noch so spielen oder spielten - nur weil da einige lustige Namen dabei sind:

Action Swingers, Bewitched (2), Chicken Snake, Int'l Shades, Knoxville Girls, Lydia Lunch Retrovirus, Pussy Galore (2), Sonic Youth, Wolfmanhattan Project, The Normals (2), The Vels, Cry Baby Killer, The Fiends (6), Bewitched (2), Boss Hog, Chicken Snake, Jerry Teel And The Big City Stompers, Knoxville Girls, Little Porkchop, The Honeymoon Killers (2), 11,000 Switches, Brassknuckle Boys, Candy Snatchers, GG Allin & The Murder Junkies, Human Zoo (4), IDF, Lopez Sophisticates, Sugarshock, The Cybermen (4), The Murder Junkies, The Reduced, The Tigerlilies, Workdogs 

 
 

Filmmaker - Crepuscular

Manchmal, wenn Menschen in dunklen Kämmerlein sitzen, kommt halt auch so was dabei raus, das sicherlich nicht nur ein weiteres Retro-Synthwave-Projektchen ist, dessen Sound halt irgendwie schnell auf der neuen Technoproducer-App auf irgendeinem SmartPhone generiert wurde, sondern mit so richtig echten Gerätschaften und einer Gitarre, was die Nerds schon am Sound merken dürften, der halt einfach wärmer ist! Und weil der Typ hinter Filmmaker kein absolutes Arschloch ist, gibt er auf seiner Bandcamp-Seite preis, welcher magischer Gegenstände er sich bedient, um so was Abartig-geiles und völlig abgehoben-psychotisches zu kreieren, das wirklich eher noch das Prädikat PostPunk oder von mir aus auch EBM verdient hat, natürlich ohne dabei von Patchouli-Parties zu reden und das in seiner Wuseligkeit niemals in Verbindung mit LSD konsumiert werden sollte. Ich bin sehr begeistert von diesem Projekt, das auch wunderbar ohne derartige Katalysatoren funktioniert. Bandcamp
      

Antibodies - LP 2018 (High Trash Media)

Ungelogen, genau so etwas brauche ich im Moment. Die typisch-verhallten Lyrics einer Garagepunk-Band über einem HardcorePunkFundament, das fetter und unprätentiöser kaum sein könnte. Wo gibts denn so was, bzw. wo gibts so was nicht? Das macht verdammt gute Laune und ich will genau jetzt diese Band in einem stickig-vollgestunkenen Proberaum sehen. Wann endlich werden diese Beamer aus Star Trek erfunden? Aber weil ich ein sehr bescheidener Mensch bin, würde ich mich auch mit einem selbstfahrenden Auto begnügen. Stell dir doch einfach mal vor, du lässt dich von diesem morgens nach Berlin fahren, stellst dir auf der Fahrt einen rein, guckst dir eine Band mit einer alten Freundin an, die du sehr vermisst und am nächsten Morgen lässt du dich zurückfahren, rauchst gemütlich was und schläfst deinen Rausch aus. Manche Entwicklungen können nicht schnell genug voranschreiten. Achso, super Band!!! Bandcamp   

Nasa Space Universe - The Stars My Destination LP

Legendär gute HardcorePunkBand, die zwar so nicht mehr wirklich zusammen spielt, aber weit davon entfernt ist inaktiv zu sein, so saß deren Drummer auch auf der Neon Maniacs-Tour am Schlachzeug und dadurch kam man auch auch auf Nasa Space Universe zu sprechen, deren Kürzel selbstverständlich keinerlei Bezug auf den NSU nimmt (die Band existiert seit 2006). Da teilen sie wohl einfach das Schicksal und Pech mit Bands wie z.B. Isis. Klar, kommen einem durch die geisteskrank-hervorgekeiften Lyrics sofort Die Kreuzen in den Sinn, was sicherlich nicht wirklich zufällig ist. Für HardcorePunk-Verhältnisse ist diese Band so ultimativ-verquer und trotz aller Geschwindigkeit so dermaßen vertrackt und ausgeklügelt im Sound, dass einem beim Hören fast schon schwindlig wird. Mir fallen nicht allzu viele aktuelle Vergleiche ein, die sich ähnlich gut an einem so ultra-komplexen Sound versuchen, der ihren Status neben völlig aus dem Ruder gelaufenen Shows wirklich mehr als rechtfertigt. Diese LP ist eine Zusammenstellung der Ice Tour Ep und neueren Songs der EGM Ep und ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass ein cooler Mailorder ein paar Scheiben der Band unter der Ladentheke hervorgezaubert hat. Bandcamp  

Shark Toys - Labyrinths LP (In The Red)

Ich brauchte eine Weile, um den Zugang zur dritten LP dieser Band zu finden, die ich bereits hier mit einer ihrer Singles reviewte, aber je öfter ich sie mir anhöre, desto besser gefällt sie mir, nicht zuletzt eben dadurch, dass sie einen ähnlich spröden Charme wie die frühen Tyvek versprüht, was sicherlich kein Zufall ist. Ich würde fast so weit gehen, das irgendwie als erwachsene Musik zu bezeichnen, ohne es abwertend zu meinen. Gerne werden sie als PostPunkBand bezeichnet, bevorzugen dieses Bezeichnung vielleicht selbst auch, gerade auch weil unter der Überschrift Garagepunk ziemlich viel passiert, was zwar nicht wirklich belanglos ist, aber allzu oft um die selben großen Namen kreist, die halt gerade populär sind bei der Vice-Leserschaft. So, genug gepöbelt, ich mag den dumpfen Sound sehr gerne, dem sie sich hier erstmals zuwandten und der z.B. auch wieder in Bands wie Vintage Crop zu finden ist. Schön auch, dass das Album-Cover simpel gehalten wurde. Bald kann ich auch dort die gestalterischen Verweise an Wire nicht mehr sehen (Geometrische Figuren), aber da ist vielleicht weniger den Bands die Schuld zuzuschreiben, die sich eigentlich zurecht positiv auf eine solche Band beziehen, als der Schnelllebigkeit des Internet-Konsums, würd ich mal sagen. Shark Toys machen wirklich eine Menge richtig, wenn man mich fragt und ich bekommen wirklich Bock, nach deren Songs "Finding out about" von Tyvek wieder zu hören. Großartiges Album, also beide... Bandcamp  

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Vor Minor Threat gab es Arkey Blue

Baby Shakes - Turn it Up (Lil' Chewy Records)

Spielten 2010 in Tübingens coolstem Gewölbe, haben ein neues Album, das gerade mal ein Jahr alt ist und kommen bald wieder via Zuma Bookings auf Tour. Schön zu hören, dass sie nicht ansatzweiße so verbraucht sind wie ich und immer noch unglaublich süßen, aber sehr schneidigen PowerPop spielen, der -du wirst es nicht erraten- sich in bester Runaways-Tradition befindet, letztlich auch den Geist der Ramones atmet, den RnR innerhalb eines Genres unterstreicht, was gerade heute allzu rar gesät ist. Ein wenig wehmütig werde ich schon, da ich die Leut, die netter kaum sein könnten, schon gerne wieder sehen und hören würde, gerade jetzt, da sie ihren Sound in Perfektion betreiben. nach wie vor eine der feinsten Bands sind, die New York City vorzuweißen hat. Beim "Mastering" der Tracks legte wieder Tim Warren (Crypt Records) Hand an, der Fan ab der ersten Stunde ist. Völlig zurecht! Bandcamp             

Video der Woche

RMBLR - Play the Fool/Serious 7" (Die Slaughterhaus)

In Atlanta scheinen nicht alle aber verdammt viele Wege mehr oder weniger auf die Carbonas und ihren beachtlichen Stammbaum an Bands zuzuführen, der fast schon für wissenschaftliche Studien herhalten könnte. So auch bei RMBLR, die sozusagen die komplette Backingband für die Dinos Boys (unbedingt anhören!) auf  einer ihrer Touren stellten. Gerade mit "Play The Fool" gefallen sie mir eigentlich am Besten und sie schufen damit ein wunderbares PowerPop-Kleinod, das sich ein wenig von ihrem ProtoPunk-Sound hin zu melodiöserem Songwriting wegbewegt. Aber all diejenigen, die fettem RnR, wie ihn auch die OBNIIIs oder Apache spielen, was abgewinnen können, seien auch die älteren Aufnahmen oder die B-Seite wärmstens empfohlen,  Eine Single, die jede Party sprengt! Bandcamp

Who & The Fucks - Salted

Klingt fast so, als wären die Spooks (die aus Atlanta) wieder am Werkeln und hätten eine Prise Surf in ihrem Sound zugelassen. Garagerock, der allzu traditionelle Referenzen größtenteils außen vor lässt, oder aufgeweckt genug interpretiert und sich ganz in einer modernen Schummrigkeit ergeht, die wie gemacht ist für fuzzige Gitarren und Orgelsounds, hier und da auch mal Ausflüge in psychedelischere, ausufernde Gefilde zulässt, die fast an die Night Beats oder Black Angels erinnern (Stymie/Show Me, Mold´s Old). Sehr kurzweilig und zurückgelehnt gehalten. Bandcamp 

Black Mambas - Moderation (Disconnect Records)

Das Album-Cover spricht Bände. Es geht um Punkrock, der beim ersten Stück sofort Erinnerung wachruft an marodierende PunkGangs, degenerierte Rotzlöffel, die ihrer dahinsiechenden Oma das Morphium klauen, um die Party des Jahrzehnts zu feiern. Gelebter Nihilismus. Die Fast Neil Young und so. Völlig gagaesk und mit verdrehten Augen auf dem Moped zum Konzert des Jahres fahren. Feinster 77Punk, der wohl nicht zufällig an die Cute Lepers, Cyanide Pills, Johnny Thunders und Konsorten erinnert, aber so blitzvergnügt und zackig, dass man mir das Grinsen schon aus dem Gesicht schneiden müsste. Nein, die Wahrheit ist schließlich, dass ich im Warmen vor dem Computer sitze und vor mich hin nostalgier, Angst davor habe, die Band zu googlen, weil ich mich dann vielleicht ernsthaft Bildern von schwarzen Mambas aussetzen müsste. Aber der Filter in meinem Kopf hat diese Mamba in eine Süßigkeit verwandelt, eine für die Ohren. Bandcamp 

Dienstag, 25. Dezember 2018

Yung - Falter (Mastermind Records)

Kaum etwas bereue ich so sehr, wie, dass ich keine Zeit fand, für Fright Eye und 0% eine Show zu machen, aber immerhin haben sie mir zusammen mit den Cola Freaks und eben den Melting Walkmen einen Einblick gewährt, wie gut Punkrock aus Dänemark ist. Als ich mir die Biografie von Yung auf Fat Possum durchlas, die einen aktuelleren Release der Band von 2016 herausbrachten, bekam ich den Eindruck, dass der Umstand, dass die Cola Freaks für Jay Reatard die Backingband stellten, einen wirklich bleibenden Eindruck auf die dortige Szene, Herangehensweißen an Bands und ihren Sound hinterlassen hat, was völlig nachvollziehbar ist. Was in den Songs teilweiße eher angedacht wirkte, wird in der darauffolgenden LP in Bestform betrieben und sie wandten sich einem poppigeren und ausgeklügelterem Sound zu, der zwar etwas an Schmackes einbüst, aber dafür umso gereifter und durchproduzierter wirkt. Klar, hat das sehr grungige Momente, aber es wirkt beim Besten Willen nicht so, als wäre das die Intention dahinter gewesen, sondern als wäre es völlig natürlich entstanden in der Suche nach einem eigenen Sound, den sie defintiv haben, was gerade dem abgefahrenen Gitarrenspiel geschuldet ist.Vicious Circle ist ein so abartiger Hit, der mich in seiner Aufgeladenheit fast schon an "My Pal" von God erinnert. Absolute Bombe! Checkt auch die Label (Shordwood, 100 Records) des Frontmanns Mikkel Holm Silkjær´s aus. Bandcamp   

Schnupp & the pups - X Indicates Prior Damage

Bands, die sich ab dem ersten Ton gut und richtig anfühlen... Schon alleine der Name und das herausragende Artwork. Auto. Pups. Schnell die Fenster runtergekurbelt, auch damit die Leute, die eigentlich nur auf grün an der Ampel warten, hören, dass man den neuesten, heißen Scheiß aus Ami-Land im Kassettendeck hat, der mich sofort an Tv Colours oder auch Gee Tee erinnert, wie gemacht dafür ist, mit einer schrott-zerfressenen Karre durch die Stadt zu düsen, nur um Leute mit der Mukke zu belästigen. Gibt es schönere Hobbies? Ab und an kann man mal aussteigen, um Kippen zu kaufen, ein Eis zu essen und weiter geht's. DrumMachineBeats klingen einfach so arschgut und sind wie gemacht für Punkrock solcher Art. Ich glaube, direkt nach Matrix wäre das glatt mein zweiter 7"-Release auf meinem Label. Bandcamp     

Montag, 24. Dezember 2018

Melting Walkmen - Daylight Savings (Don't Think Twice, Mastermind Records)

Sehr obskure Band, die bereits seit 2008 besteht. Krass, ein Jahr länger hab ich versucht Konzerte zu machen. Aber über so lange Zeit eine Band zusammenzuhalten ist ein Husarenstück, vor Allem, wenn es sich um eine DIY-Band handelt, würd ich mal frech behaupten. Seltsamer Name auch. Bei wieviel Grad ein Walkman wohl schmilzt? Die Band kommt aus Kopenhagen, klingt aber ab dem ersten Song wirklich wie die Band an die du wohl auch als erstes dachtest  - die aber aus Schweden kommt. Vielleicht waren sie mal Nachbarn in einem früheren Leben? Das Internet gibt recht wenig Preis über sie, außer die üblichen Bands, auf die sich irgendwie positiv bezogen wird. Vielleicht knickt man auch irgendwann ein vor den Leuten, die einen ums Verderben in eine Schublade stecken müssen. Die Lyrics wirken den Holograms tatsächlich sehr ähnlich, gerade so, als würden sie einem vom anderen Ende des Tunnels zugerufen, dazu ein Instrumentarium, das sich zwar schon ab und an der klassischen Versatzstücke bedient, aber doch einen sehr eigenen Film fährt, rasant vor sich hintorkelt. Beim ersten Hören tat ich mir noch recht schwer mit einigen Stücken, aber gerade jetzt läuft das doch enorm gut rein. Bald fang ich wohl an, nur noch einzelne Bandcamp-Profile hier zu posten, aber was soll ich denn sonst mit meiner Zeit anfangen? Was hübsches basteln oder Fahrrad fahren? Also, ich hör den ersten Song jetzt wohl noch 10mal an. Bandcamp    

Video der Woche

Whip - S/T EP (Neck Chop)

Seltsam, das ist wahrscheinlich die einzige Band, in die ich noch nicht reingehört hatte bei all dem grandiosen Output von Neckchop. Was ist da los? Bin ich pink-blind? Es brauchte wohl erst die wirklich spannend zu verfolgende November-Ausgabe mit einem Canada-Special von der Radiosendung United Kids Radio aus Mannheim, um mich auf diese Band aufmerksam zu machen. Fast augenblicklich wurde ich da irgendwie an Mika Miko erinnert oder natürlich auch an Stiff Love, mit denen sie sich das Label teilen. Schön ranzig, scheinbar rudimentär mit herrlich hervorgekeiften Lyrics! Bandcamp    

Noughts - Noughts Ep

Könnte der neueste Streich auf Antena Krzyku sein. Noiserock/ -Punk ist ein wenig wie eine Pilgerfahrt nach Mekka und irgendwie kreist das Meiste doch immer um die selben maßgebenden Pappenheimer. Auch hier kann man nicht leugnen, welche Bands Pate standen, aber die Songstrukturen sind eingängig und gleichzeitig ausgefeilt genug, um Noughts herausstechen zu lassen und spätestens beim Song Rituals kommt alles zusammen, was auch auf den vorhergehenden Songs immer wieder angedeutet wurde. Repetetiv, hypnotische Elemente, untermalt und herbeigezaubert von einem tief grummelnden Bass und einem Gitarrenspiel, welches das Ganze fast schon in eine psychedelische Ecke zu rücken versteht und dazu sporadisch eingeworfene Lyrics, die einen immer wieder auf den Boden zurückholen. Gefällt sehr gut und ist live sicherlich ein Ereignis. Bandcamp

Sonntag, 23. Dezember 2018

Matrix - Demo

Ok, das ist wohl das Geilste, das ich seit Langem gehört habe. Was bitte geht grad eigentlich mit amerikanischem Punkrock, hm? Man hört, das hier keine absoluten Neulinge am Werk sind, sondern Leute, die bei einer ellenlangen Liste an anderen arschgeilen Bands spielen, die ich hier nicht alle aufzähle, aber eininge davon sind bei Not Normal Tapes, Fat Possum, etc. zu finden. Und nein, es handelt sich nicht um eines der unzähligen Nebenprojekte der Leute um die phantastischen Liquids, obwohl alle, die auch an denen Freude finden, wohl auch Matrix zelebrieren sollten. Hier werden nicht nur Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt, auch die Aufnahme klingt einfach arschgeil. Ahhhh, was würde ich darum geben, das auf einer 7" zu haben? Hey, ihr coolen europäischen Labelleut, schreibt die bitte an und bringt das auf Vinyl raus. Das wär was! Soundcloud


Samstag, 22. Dezember 2018

Velvet Monkeys/Elf Power Split 7" (Chunklet Industries)

Wenig andere Songs habe ich so oft auf irgendwelche Sampler gepackt wie "Everything is right" von den Velvet Monkeys, welche in den frühen 80ern zusammenfanden und mindestens 2 Mitglieder mit Half Japanese teilten. Irgendjemand dachte wohl es würde geil klingen, wenn Aufnahmen "remastered" werden, daher empfehle ich euch nicht unbedingt nach dem Song online zu suchen, sondern eher noch euch "Rotting Corpse Au Go Go" entweder auf Vinyl zu besorgen oder irgendwo im Netz zu suchen oder mich zu fragen, wenn es ganz arg sein sollte. Umso mehr freute ich mich, bei Chunklet, welche auch unschätzbare archäologische Arbeit an super-verrücktem Zeug aus den 80ern leisten (Knodel!!!) einen neu-veröffentlichten Song von ihnen zu finden, von dem ich mir nicht sicher bin, ob er schon irgendwo anders erschien. Glaub mir, wenn du irgendwie geiles PostPunk-Zeug aus den 80ern suchst, besorg dir am Besten ALLES von denen. Die andere Seite bespielten Elf Power, welche mir bisher noch kein Begriff waren und mich auch nicht so wirklich vom Hocker reißen mit diesem Song, aber es lohnt durchaus mal in ihre Diskographie reinzuhören, vor Allem wenn man C86-Bands und frühem neuseeländischen Indie-Rock was abgewinnen kann. Letztlich ein Sammler-Stück aber vielleicht ein guter Grund mehr von den Velvet Monkeys anzuhören und zu besorgen. Bandcamp      

Collate - Liminal Concerns

Schon erstaunlich wie von Portland immer wieder Fahrtrichtungen vorgegeben werden, wenn es um innovative Wandlungen im Punkrock geht. Vielen wahrscheinlich schon wieder viel zu arty-farty aber diejenigen sollten einfach mal schweigen und weiterhin ihre DeutschPunk-Sampler hören. Fast schon infantil runtergespielt und einfach zu dreckig um irgendwie (ich will es gar nicht aussprechen) Art-Punk genannt zu werden. "Who cares about tradition?" Simpel, wahr und ich möchte dazu tanzen! Bandcamp

Closet Christ - You´re in my world now 7" (Lumpy)

Gemeingefährlich dreckiges Geschredder direkt aus den 80ern hierhergebeamt. Rasend schnell runtergerotzter Hardcorepunk marke Void oder Die Kreuzen. Zuchthäusler-Punk, wie ich ihn sehr gern hab. Schmeckt nach exzessivem Alkoholkonsum und vollgekotzter Toilette. Youtube  

Cold leather - Smart Moves (Adagio830)

Es gibt sie noch, die kleinen Hoffnungsschimmer. Cold Leather sind defintiv einer. Schon ihr Demo-Tape ließ aufhorchen und spätestens mit ihrer vorhergehenden 7" war klar, dass hier etwas ganz Großartiges am Entstehen ist. Man möchte kaum glauben, dass diese Band nicht irgendwo in L.A. oder Portland zusammenfand. Fast augenblicklich werde ich da an die Neigbourhood Brats oder auch ein wenig an The Estranged erinnert. Wenn du noch weiter in der Zeit zurückgehen möchtest, können auch die Avengers als Referenz herhalten. Die örtliche und geistige Nähe zu Pretty Hurts ist auch kein Zufall. Nur schade, dass sich das Spannendste, was hierzulande an Punkrock geboten ist, sich doch irgendwie immer noch auf Berlin und den weiteren Umkreis zu beschränken scheint. Warum ist das so und warum hat sie noch niemand in die Nähe eingeladen? Zumindest ich und 3-4 andere würden sich bestimmt freuen, die mal live zu sehen. Großartiges Long-Player-Debut! Bandcamp

Dark Web - Clone Age Lp (Erste Theke Tontraeger)

Innerhalb kürzester Zeit hat Erste Theke Tontraeger eine beachtliche Fülle an Releases rausgehauen, die einfach so abartig frisch sind und keiner sollte dabei unter den Tisch fallen. Auch Dark Web verbinden so ziemlich genau Alles, was eine gute Band ausmacht, die sich irgendwo an der Schnittstelle zwischen Garage- und PostPunk bewegt. Mal wird man an die verrücktesten Stücke Jay Reatards erinnert, mal an die eingängigsten von Human Eye. In Philadelphia geht gerade ziemlich viel und irgendwie scheint sich alles mehr oder weniger auf das Label Suicide Bong zu konzentrieren, das auch mehr als einen Hörer wert ist. Wäre wünschenswert, dass die Leut mal über den großen Teich kommen! Bandcamp      

Maraudeur - Maraudeur (Bruit Direct Disques)

Eines der unzähligen Nebenprojekte der Staches und vielleicht eins der verrücktesten. Charlotte und Lise widmen sich hier ultra-vertracktem, vor Experimentierfreudigkeit nur so strotzendem PostPunk/(Cold)Wave, der sich eigentlich fern jeglicher Referenz bewegt, vielleicht hier und da recht viel Solid Space und ähnliches gehört hat, auch an The Dictaphone erinnert. Die Lyrics wirken wie verschlüsselte Botschaften aus dem Weltall, die auf Wellen von analogen Synthi-Sounds und rudimentärem Drumming in unsere Gefilde gemorst werden und sinisterer kaum sein könnten. Musik aus der Zukunft! Bandcamp   

Roda Lits – Common Specimen/ Indoor Mold (Belly Button Records)

Super-ekliges Cover. Erinnern mich ein wenig an die White Fangs, um wenigstens ein bißchen in der örtlichen Nähe zu bleiben. Klassischer Garagerock/-Punk, der wenig neues bietet aber gut genug gespielt ist, um mich bei der Stange zu halten. Beim dritten Stück muss ich an Fidlar denken. Würde der Energy-Drink, den ich gerade süffel nicht nach Gülle sondern wirklich nach Heidelbeer schmecken, würde ich vielleicht bessere Worte finden. Kommt aber wirklich nicht schlecht, auch wenn es gerade Bands wie Sand am Meer gibt, die genauso klingen. Bandcamp

B.R.U.C.E. – Stay Pissed

Geil. Super-primitives Dampfwalzen-Geschredder. Auf Bandcamp wurde das schon am Besten umschrieben: „They sound like the Yeah Yeah Yeahs stabbing Kyuss to death with the shards of a broken Black Flag record“ Dem ist wenig hinzuzufügen. Funktioniert wohl am Besten in Höhlen und vor einem Neandertaler-Publikum. Sicherlich wurde da auch heimlich das ein oder andere Mal L7 gehört. Sehr kurzweilig. Bandcamp

Hius - s/t

Fast schon klassisches Postpunk-meets-Hardcore Zeug. „Hius“ heißt im Finnischen „Haar“ verrät mir Google. Irgendwie werde ich ein wenig an Lebenden Toten erinnert durch die sehr übersteuerten Gitarren oder auch ein bißchen an Masses oder von mir aus auch Sial. Ein bißchen Deathrock und Geister-Echo auf die Stimme obendrauf und fertig ist die Postpunk-Kapelle. Nichts wirklich Neues, aber schon cool und live sicherlich spaßig anzuhören. Bandcamp